CSD Ingenieure AG

Belpstrasse 48, 3007 Bern · seit 1970

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CSD Ingenieure AG ist kein reiner HLKS-Planer, sondern ein sehr breit aufgestelltes Ingenieurbüro einer europäischen Gruppe, das unter dutzenden Dienstleistungen von Brückenbau über Altlastensanierung bis Raumplanung auch zwei für Wärmepumpenprojekte direkt relevante Bereiche führt: Energie- und Gebäudetechnik sowie Geothermie. Beide sind reine Planungs- und Beratungsleistungen, keine Installation.

Was es ist

Der Name im ursprünglichen Datensatz, „CSD INGENIEURE Notz Metall AG", entspricht keiner auf der Website auffindbaren Firma. Die eigene Rechtliche-Hinweise-Seite nennt durchgängig „CSD Ingenieure AG" als Betreiberin der Website, der Bern-Standort selbst beschriftet sich als „CSD INGENIEURE AG"; die im Datensatz angehängte Bezeichnung „Notz Metall AG" wird deshalb hier gestrichen und durch CSD Ingenieure AG ersetzt. Gegründet wurde das Unternehmen laut eigener Firmengeschichte 1970 unter dem Namen „CSD Colombi Schmutz Dorthe" von 2 Geologen und einem Bauingenieur, Carlo Colombi, Bernard Schmutz und Jean-Pierre Dorthe. Zwischen 1970 und 1975 eröffnete das junge Unternehmen laut derselben Chronik bereits 4 Niederlassungen in den Kantonen Aargau, Bern, Freiburg und Waadt, bevor es sein Fachwissen zunächst nach Algerien und danach in weitere afrikanische Länder exportierte. Seit 2022 ist laut derselben Chronik das französische Unternehmen „Initiative & Finance" über seinen Fonds „Tomorrow" Mehrheitsaktionär der CSD Gruppe. Der Berner Standort liegt an der Belpstrasse 48, 3007 Bern, Telefon +41 31 970 35 35. Die Gruppe listet weitere Schweizer Standorte unter anderem in Aarau, Altdorf, Basel, Brugg, Bulle, Delémont, Chur, Frauenfeld, Freiburg, Genf, Luzern-Kriens, Lausanne, Lugano, Neuenburg, Porrentruy, Schaffhausen, Sitten, St. Gallen, Thusis, Yverdon-les-Bains und Zürich, dazu internationale Standorte in Litauen, Belgien, Deutschland, Italien, Luxemburg und Frankreich.

Was man bekommt

Im Bereich Energie- und Gebäudetechnik beschreibt sich CSD als von Lieferanten und Technologien unabhängig und nennt als Fachkompetenzen die Entwicklung individueller Energiekonzepte für Gebäude und Areale, die ganzheitliche Analyse von Gebäudehülle, -struktur und -technik über den gesamten Lebenszyklus, die Planung und Begleitung energetischer Sanierungen, die Beratung von Bauherren bei der Planerauswahl sowie Variantenvergleiche etwa zwischen Wärmeerzeugungssystemen. Dazu kommen spezifische Berechnungen: thermische Gebäudesimulationen mit den Programmen Tec-Tool und IDA ICE, Energienachweise nach SIA 380/1 mit der Software Lesosai, Fachplanungen nach den Minergie-Standards (MINERGIE, MINERGIE-A, MINERGIE-P, MINERGIE-ECO), Modellierung von Erdwärmesondenanlagen und die Erstellung des kantonalen Gebäudeenergieausweises GEAK Plus. Die Website nennt dabei ausdrücklich, dass die Gesamtplanung der Gebäudetechnik für die Gewerke Heizung, Lüftung, Klima, Kälte und Elektro über alle SIA-Phasen durch HL-Technik erfolgt, ein eigenständiges Unternehmen der CSD Gruppe (www.hl-technik.ch); diese konkrete Ausführungsplanung ist also die Leistung des Partnerunternehmens HL-Technik und wird hier nicht CSD Ingenieure AG selbst zugeschrieben, dessen eigene Website nicht weiter geprüft wurde. Im Bereich Geothermie bietet CSD laut eigener Darstellung Beratung, Planung und Realisierung aus einer Hand: von Gesamtenergieberatung über Machbarkeitsstudien und Planung bis zu Realisierung und Betrieb, gebündelt im „CSD Kompetenzzentrum Geothermie" mit einem laut Website multidisziplinären Team aus erneuerbaren Energien, Geologie/Hydrogeologie, Modellrechnungen, Untergrunderschliessung, Energietechnik, Fernwärme sowie Umwelt und Raumplanung, mit Erfahrung aus weit über 100 namhaften Geothermie-Projekten.

Wie es organisiert ist

Als Ansprechperson für Geothermie nennt die Website Maurus Hess, Dr. sc. ETH, Dipl. Erdwissenschaften, Geschäftsleiter Zentralschweiz und Fachgebietsverantwortlicher Geothermie, Tel +41 41 319 39 20. Für den Standort Bern selbst listet die Website mehrere Fachbereichsleiter aus angrenzenden Disziplinen wie Umwelt, Geologie und Wasserbau, jedoch niemanden mit ausdrücklichem Titel für Energie- oder Gebäudetechnik; wer für ein Berner Wärmepumpenprojekt konkret zuständig ist, müsste demnach direkt erfragt werden. Die Firmengeschichte beschreibt eine kontinuierliche Erweiterung durch Zukäufe statt organisches Wachstum allein: Gebäudetechnik-Kompetenz kam laut Chronik unter anderem 2009 durch die Eingliederung des HLS-Teams von Implenia am Standort Onex hinzu. Ähnlich wuchsen andere Fachbereiche der Gruppe durch Übernahmen bestehender Büros, etwa Geologie und Geotechnik 1997 durch den Kauf der Büchi-Müller AG in Frauenfeld oder Bauingenieurwesen 2015 durch den Anschluss der Henauer Gugler in Zürich; das erklärt, weshalb die einzelnen Standorte und Fachbereiche der Gruppe unterschiedliche Herkunft und Geschichte haben, statt aus einem einheitlichen Aufbau zu stammen.

Was auffällt

Die Website beziffert das gesamtschweizerische Geothermie-Potenzial nach der Energiestrategie 2050 des Bundes auf über 20 TWh pro Jahr im Wärmebereich, was rund 25 % des Bedarfs entspreche; das ist eine Zahl des Bundes, keine eigene Leistungskennzahl von CSD, und wird hier entsprechend nur als Kontext eingeordnet. Unter den referenzierten Projekten nennt die Website auch einen abgebrochenen Fall: Das Geothermieprojekt der Stadt St. Gallen sollte aus über 4'000 Metern Tiefe rund 150 °C heisses Wasser fördern, traf die wasserführende Schicht zwar in der vorhergesagten Tiefe, erreichte aber nicht die für einen wirtschaftlichen Betrieb nötige Ergiebigkeit, und eine angebohrte Gasblase erwies sich als kommerziell nicht nutzbar; das Bohrloch wurde dauerhaft verschlossen, bleibt aber laut Website reaktivierbar. Andere Referenzen liefen offenbar planmässig: ein 6-geschossiges Mehrfamilienhaus mit 18 Wohneinheiten in Flüelen (UR) wird nach Minergiestandard über ein Erdwärmesondenfeld und eine zentrale Wärmepumpe beheizt und im Sommer über dasselbe Feld ohne Kältemaschine gekühlt; in Altdorf plante und realisierte CSD eine Grundwasserwärmepumpe mit einer Entnahmemenge von 800 l/min unter behördlichen Auflagen von Umweltschutz- und Energieamt; beim Swisscom Businesspark Ittigen bei Bern, der seit Frühjahr 2014 rund 1700 Arbeitsplätze bietet, übernahm CSD die Modellierung des Erdsondenfelds.

Was es kostet

Eine Preisliste oder auch nur eine Honorar-Grössenordnung veröffentlicht die Website nicht.

Für wen sich das eignet

Wer ein grösseres Neubau- oder Arealprojekt mit Erdwärmesondenfeld, Grundwasserwärmepumpe oder einem kombinierten Energiekonzept plant, findet bei CSD im Geothermie-Kompetenzzentrum ein spezialisiertes, überregional tätiges Team mit dokumentierter Projekterfahrung, auch für schwierige geologische Verhältnisse. Für die reine Gesamtplanung der Heizungs-, Lüftungs- und Klimagewerke verweist CSD selbst auf die Konzerntochter HL-Technik, nicht auf die eigene Abteilung. Wer dagegen nur eine einzelne Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus ersetzen will, findet bei CSD eher ein Übermass an Kompetenzen aus Grossprojekten als eine auf diese Grössenordnung zugeschnittene Beratung; ein kleineres, spezialisiertes Planungsbüro dürfte hier direkter ansprechbar sein.

Fazit

CSD Ingenieure AG ist ein seit 1970 gewachsenes, heute mehrheitlich in französischem Fondsbesitz stehendes Grossbüro, dessen Geothermie-Kompetenzzentrum mit über 100 dokumentierten Projekten und benannten Referenzen von Flüelen bis St. Gallen für erdwärmebasierte Wärmepumpenprojekte eine ernsthafte, breit belegte Adresse ist. Für die klassische Gesamtplanung der Heizungs-, Lüftungs- und Klimagewerke ist dagegen die Gruppen-Schwesterfirma HL-Technik zuständig, nicht CSD selbst, und Preisangaben fehlen auf der Website vollständig. Für ein grosses oder geologisch anspruchsvolles Projekt lohnt der direkte Kontakt zum Geothermie-Team; für den einfachen Wärmepumpentausch im Einfamilienhaus ist das Büro eher überdimensioniert.

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