38 Grad Gebäudetechnik GmbH
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38 Grad Gebäudetechnik GmbH sitzt an der Vorderdorfstrasse 7 in 5242 Birr im Kanton Aargau und tritt ausdrücklich als Planungsbüro auf, nicht als Installationsbetrieb: Die Firma plant, koordiniert und überwacht die Gewerke Heizung, Lüftung, Klima, Kälte, Sanitär und Elektro (zusammengefasst als HLKKSE), führt selbst aber keine Installationsarbeiten aus. Im Handelsregister ist als Zweck eingetragen: „Bauherrenunterstützung, Beratung, Planung und Projektierung von gebäudetechnischen Anlagen", eingeordnet unter der Branche Ingenieurwesen (NOGA 71.12). Wer eine Heizung, Lüftung oder Kälteanlage tatsächlich einbauen lassen will, braucht danach weiterhin einen ausführenden Installationsbetrieb; 38 Grad Gebäudetechnik liefert die Fachplanung, die Ausschreibung und die Bauleitung dazu.
Was es ist
Rechtsform ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, eingetragen im Handelsregister des Kantons Aargau seit dem 19. Juli 2021, mit UID CHE-400.493.001 und Handelsregisternummer CH-320.4.091.951-8; letzte Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt am 15. Dezember 2023. Eingetragener Sitz ist Bäregässli 1, 5212 Hausen AG, während das Büro selbst an der Vorderdorfstrasse 7 in Birr arbeitet. Einzelunterschriftsberechtigt und laut Über-uns-Seite Geschäftsführer ist Labinot Shabani. Das Unternehmen ist Teil der 38 Grad Gruppe, die nach eigener Darstellung Architektur, Planung, Interior Design, Visualisierung sowie Immobilienentwicklung und -investment bündelt und Standorte in Küsnacht, Birr, Rheineck, Osijek, Thessaloniki und Dubai nennt; als übergeordnete Organisation nennt die Website selbst die 38 Grad AG. Die im ursprünglichen Datensatz für diesen Eintrag hinterlegte Bezeichnung „Grad AG" entspricht keinem dieser beiden Namen und wird hier korrigiert: Rechtsträger der Website ist laut Impressum durchgängig die 38 Grad Gebäudetechnik GmbH.
Was man bekommt
Die Website gliedert das Angebot in 6 Leistungsbereiche. Beratung für Bauherrschaft deckt die Wahl der Wärmeerzeugung, den Variantenvergleich und die Apparatewahl ab. Planung Gebäudetechnik meint die HLKKSE-Fachplanung und Gesamtkoordination aller genannten Gewerke aus einer Hand. Building Information Modeling erstellt Fachmodelle nach der Normenreihe SN EN ISO 19650 und dient laut Website der Kollisionsprüfung am Bildschirm statt auf der Baustelle; das frühere SIA-Merkblatt 2051 sei laut Website Ende 2024 zurückgezogen worden. Energieberatung umfasst GEAK-Einordnung, Fördermittel und Effizienzkonzepte, abgestimmt auf das Energiegesetz des Kantons Zürich. Qualitätsmanagement bezeichnet die Fachbauleitung vor Ort mit Ausführungskontrolle und Abnahmen nach der Norm SIA 118. Analysen schliesslich sind Zustandsanalysen und Betriebsoptimierung an bestehenden Anlagen: Schwachstellen werden laut Website gemessen, Einsparpotenziale beziffert und Massnahmen priorisiert. Nach eigener Aussage lässt sich jede dieser 6 Leistungen einzeln beauftragen, etwa nur eine Machbarkeitsstudie zum Heizungsersatz, nur die Fachbauleitung oder nur eine Zustandsanalyse; häufiger sei laut Website aber die durchgehende Begleitung über alle Projektphasen der Ordnung SIA 108:2020, weil dann Konzeptentscheide und Ausführungsüberwachung in einer Hand liegen.
Wie es organisiert ist
Die Website beschreibt den Projektablauf entlang genau dieser 6 SIA-108-Phasen. Im Erstgespräch werden Nutzung, Termine, Budgetrahmen und regulatorische Randbedingungen geklärt. Die Vorstudien liefern laut Website einen Variantenvergleich mit Investitions- und Betriebskosten, geprüft auf Machbarkeit, Wärmeerzeugungskonzept, Platzbedarf, Lärmschutz und Bewilligungsfähigkeit. In der Projektierung folgen Vor- und Bauprojekt, Berechnungen zu Heizlast, Kühllast und Hydraulik sowie die Kollisionsprüfung der eigenen Fachmodelle mit Architektur und Tragwerk, mit früher Koordination von Schächten, Trassen und Deckendurchbrüchen. Die Ausschreibungsphase umfasst laut Website Leistungsverzeichnisse, die Submission, den Offertvergleich und eine Vergabeempfehlung. In der Realisierung übernimmt das Büro die Fachbauleitung mit Ausführungskontrolle, Terminverfolgung, Kostenkontrolle und der Prüfung der Unternehmerrechnungen. Den Abschluss bilden Inbetriebnahme, Abnahme nach SIA 118 und Nachbetreuung mit hydraulischem Abgleich, Messprotokollen und Mängelmanagement in der ersten Heizperiode. Für die Bauausführung selbst verweist die Website auf die Norm SIA 118, die das Verhältnis zu den ausführenden Unternehmern regelt; 38 Grad Gebäudetechnik tritt dabei als Bauleitung und Kontrollinstanz auf, nicht als Vertragspartner der Installationsfirmen. Zielgruppen sind laut eigener Beschreibung private und institutionelle Bauherrschaften, Architektur- und Generalplanerbüros, Immobilienverwaltungen mit mehreren Liegenschaften sowie Generalunternehmen und Totalunternehmer, denen ausschreibungsreife Unterlagen geliefert werden sollen.
Was auffällt
Auf der Startseite zeigt die Firma 4 regulatorische Kennzahlen mit Quellenangabe, die sich nicht auf die eigene Leistung, sondern auf den Kanton Zürich und das nationale Gebäudeprogramm beziehen und deshalb hier als Kontext und nicht als eigene Auszeichnung des Büros gewertet werden: Laut der zitierten Quelle Das Gebäudeprogramm entfallen 40 % des Schweizer Energieverbrauchs auf Gebäude, davon rund ein Viertel der CO₂-Emissionen. Laut der zitierten Mitteilung des Kantons Zürich von 2024 waren 98 % der im Kanton ersetzten Heizungen klimaneutral, bei einer Auswertung von 379 Gesuchen entfielen 88,4 % auf Wärmepumpen. Als Frist nennt die Website den Kanton Zürich mit dem Jahr 2030, bis zu dem ortsfeste Elektro-Widerstandsheizungen und zentrale Elektro-Wassererwärmer im Kanton gemäss § 45c BBV I saniert sein müssen. Für das Förderprogramm 2025 habe der Kanton Zürich laut derselben Quelle 61 Mio. Franken bereitgestellt. Diese 4 Zahlen stammen ausdrücklich von Dritten (Gebäudeprogramm, Kanton Zürich) und sind keine Leistungskennzahlen von 38 Grad Gebäudetechnik selbst. Die auf der Website angegebene Telefonnummer +41 56 441 22 23 stimmt mit dem tel-Href überein, es gibt hier keine Diskrepanz.
Was es kostet
Eine Preisliste veröffentlicht die Website nicht. Auf der FAQ-Seite erklärt die Firma, das Honorar werde in der Schweiz üblicherweise nach SIA 108 ermittelt, entweder über die aufwandbestimmenden Baukosten oder nach effektivem Zeitaufwand mit vereinbarten Stundenansätzen, und hänge von Gebäudekategorie, Anlagenkomplexität, Neubau oder Sanierung sowie dem gewünschten Leistungsumfang ab. Eine pauschale Prozentangabe würde laut eigener Aussage in die Irre führen; konkrete Zahlen nenne die Firma erst nach einer kurzen Bedarfsklärung. Für Interessenten heisst das: ohne Anfrage lässt sich der Preis für ein konkretes Projekt von der Website allein nicht ableiten.
Für wen sich das eignet
Wer ein Neubau- oder Sanierungsprojekt im Kanton Zürich oder in der übrigen Deutschschweiz plant und alle HLKKSE-Gewerke über eine einzige Fachstelle koordinieren lassen will, findet in 38 Grad Gebäudetechnik ein Büro, das genau diese Gesamtkoordination als Kernleistung beschreibt, ergänzt um den Zugriff auf Architektur- und Immobilienkompetenz aus der 38 Grad Gruppe. Architektur- und Generalplanerbüros können laut Website gezielt nur die Fachkoordination oder BIM-Fachmodelle beauftragen. Immobilienverwaltungen mit mehreren Liegenschaften bekommen laut Website Zustandsanalysen und Sanierungsfahrpläne. Wer dagegen direkt eine ausführende Installationsfirma sucht, die selbst Rohre verlegt oder eine Wärmepumpe montiert, ist hier falsch: Das Büro liefert die Planung, Ausschreibung und Bauleitung, nicht die Ausführung.
Fazit
38 Grad Gebäudetechnik GmbH grenzt sich klar als reines Planungs- und Bauleitungsbüro von den ausführenden Betrieben in diesem Verzeichnis ab: 6 benannte Leistungsbereiche, ein Prozess entlang der SIA-108-Phasen, eine im Handelsregister eingetragene GmbH mit vollständigem Impressum und die Anbindung an eine grössere Planungs- und Immobiliengruppe. Konkrete Preise oder Projektreferenzen mit Zahlen veröffentlicht die Website nicht, und die 4 auf der Startseite gezeigten Regulierungszahlen betreffen den Kanton Zürich, nicht die eigene Leistung des Büros. Für eine Bauherrschaft, die vor der Wahl der Wärmeerzeugung eine unabhängige Fachplanung statt einer Installationsofferte sucht, ist das genau die richtige Anlaufstelle.