Frigel AG

Industriestrasse 30, 9524 Zuzwil · seit 1994

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Wer bei Frigel AG in Zuzwil eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus sucht, sucht am falschen Ort: Die Firma beschreibt sich selbst in erster Linie als Kältetechnik-Unternehmen, mit den Geschäftsfeldern Kühlraumbau, Kältetechnik, Kühlgeräteverkauf und Klimalösungen. 1994 gegründet, mit Sitz an der Industriestrasse 30 in 9524 Zuzwil, führt die Firma laut eigener Impressumsangabe die UID CHE-107.604.553 und die Handelsregisternummer CH-320.3.037.081-1. Geschäftsleiter ist laut Impressum Stefan Koster. Wärmepumpen tauchen auf der Website nicht als eigene Sparte auf, sondern als Anwendung innerhalb der Kältetechnik, konkret dort, wo Kälteanlagen Abwärme erzeugen, die sich zum Heizen nutzen lässt.

Ein dokumentiertes Wärmepumpen-Projekt: Landwirtschaft statt Wohnhaus

Das einzige auf der Website im Detail beschriebene Wärmepumpen-Projekt betrifft nicht ein Privathaus, sondern den Ausbau der Treibhäuser und Kühlräume des Birsmattehofs in Therwil. Dort installierte Frigel laut eigener Beschreibung "eine Wärmepumpe mit R-744 (CO2) als Kältemittel". Die Formulierung im Original: "Mit der Luft-Wasser-Wärmepumpe, welche die Kühlräume bewirtschaftet und dem Treibhaus sämtliche Abwärme abgeben kann, konnte FRIGEL alle Anforderungen des Kunden optimal umsetzen." Es handelt sich also um eine kombinierte Kälte-Wärme-Anlage: Dieselbe Luft-Wasser-Wärmepumpe kühlt die Lagerräume des Hofs und speist gleichzeitig die Abwärme in die Beheizung des Treibhauses. Eine Leistungsangabe in kW, ein COP- oder JAZ-Wert wird zu diesem Projekt nicht genannt.

Kältetechnik als Kerngeschäft, mit ökologischem Anspruch

Den weitaus grösseren Teil des Angebots macht klassische Kältetechnik aus: Kühl- und Tiefkühlräume, Hygieneräume, Lebensmittelverarbeitungsräume, Käsereifelager, Kühlraumtüren und -tore sowie Kühl- und Tiefkühlcontainer im Kühlraumbau; dazu Kälteanlagen für Milchverarbeitung, Tankstellenshops, Gemüse- und Obstlagerung, Lebensmittelproduktion sowie Gastronomie und Hotellerie im Bereich Kältetechnik. Im Kühlgeräteverkauf listet die Firma unter anderem Eiswürfelmaschinen, Gelatistationen, Glastürkühl- und -tiefkühlschränke, Kühlregale, Kühlvitrinen, Weinkühler und Zigarrenschränke. Bei den "Klimalösungen" nennt die Website Wohnräume, Büro, Industrie, Weinkeller und Serverräume als Einsatzgebiete, ausdrücklich als Klimaanlagen beschrieben, nicht als Heizlösung. Ökologisch positioniert sich Frigel über den Einsatz natürlicher Kältemittel: Propan (R-290) und CO2 (R-744) gehören laut eigener Aussage "zu unserem Standard". Zur Einordnung nennt die Firma das globale Erwärmungspotenzial (GWP) der Kältemittel in einer eigenen Grafik: Propan R290 mit einem GWP von 3, Kohlendioxid R744 mit einem GWP von 1 und Ammoniak R717 mit einem GWP von 0, dazu zum Vergleich das verbreitete Kältemittel R134a mit einem GWP von 1430, was laut Firma "dem Ausstoss von 1430 Kilogramm CO2" pro Kilogramm Kältemittel entspricht, umgerechnet auf eine Fahrstrecke von 9533 Kilometern mit einem Personenwagen.

Ein Team von rund 55 Personen und eine Übernahme in der Westschweiz

Auf der Portrait-Seite beziffert die Firma ihre Belegschaft: "Die FRIGEL AG beschäftigt rund 55 Mitarbeitende." Das Team bestehe aus Projektleitern, Sachbearbeitern, Elektroplanern sowie Montage- und Servicefachleuten. Über 40 Lernende hätten laut eigener Aussage bei Frigel die Ausbildung zum Kältemonteur beziehungsweise zur Kältemonteurin erfolgreich abgeschlossen. Im August 2021 übernahm Frigel die FRIGO AG mit Standorten in Bern und Biel; der bisherige Eigentümer Gianfranco Melis blieb laut Website als Geschäftsführer bei FRIGO, und die zehn Mitarbeitenden an den beiden Westschweizer Standorten wurden weiterbeschäftigt. Für einzelne Sparten nennt die Website eigene Ansprechpersonen: Marcel Sutter für den Kühlraumbau, erreichbar unter 071 914 41 11, und Tobias Sutter für Klimalösungen, erreichbar unter 071 914 41 22, beide mit eigener E-Mail-Adresse.

Eine Telefonnummer, zwei Schreibweisen

Auf praktisch jeder Seite, im Footer, im 24/7-Serviceblock und in den tel-Links der Website, erscheint durchgängig dieselbe Nummer, 071 914 41 41, das bestätigen auch die tel:-Verweise im Quellcode der Seite. Im Fliesstext des Impressums selbst steht unter "Herausgeberin, Inhalt, Redaktion" jedoch eine abweichende Nummer: "+41 71 914 41 14". Diese Abweichung wurde im rohen HTML-Code der Impressumsseite bestätigt, es handelt sich also nicht um einen Extraktionsfehler unsererseits, sondern um einen Widerspruch auf der Website selbst zwischen der im Fliesstext getippten Nummer und der überall sonst verlinkten und angezeigten Nummer. Für eine Kontaktaufnahme dürfte die überall verlinkte und mehrfach bestätigte Nummer 071 914 41 41 die verlässlichere sein.

Ein zweites dokumentiertes Grossprojekt zeigt die tatsächliche Grössenordnung

Wie gross die Anlagen sind, an denen Frigel arbeitet, zeigt eine zweite eigene Fallstudie, diesmal ohne Wärmepumpenbezug: eine massgeschneiderte CO2-Kälteanlage für die Kuhn Back & Gastro AG, montiert auf dem Gebäudedach in einem eigenen Gehäuse. Laut Firma misst die Anlage 680 mal 78 mal 211 Zentimeter und wiegt, ohne Gehäuse, 3100 Kilogramm. Die Verdampfungstemperatur wurde gegenüber einer vergleichbaren Anlage angehoben, was laut Website den Energieverbrauch bei der Tiefkühlung um rund 10 Prozent senkt und gleichzeitig verhindert, dass die gelagerten Teiglinge austrocknen. Für die erste Abkühlphase entwickelte Frigel zusätzlich ein eigenes Schnellkühlsystem, danach lagern die Teiglinge in einem Bereich mit minimalem Luftzug, wozu die firmeneigene Kühlzellenabteilung ein Decken- und Wandsystem montierte. Insgesamt verbaute Frigel nach eigener Angabe über 1340 Quadratmeter Kühlraum-Paneele und lieferte zusätzlich die Produktionswände und Industrietore. Ergänzend bietet die Firma laut einer weiteren News-Seite auch einen eigenen Tür- und Torservice an, der typische Fehlerquellen wie falsch eingestellte Antriebe, fehlende Sicherheitselemente, veraltete Technik oder Fremdmanipulation an Kühlraumtüren und Industrietoren beheben soll.

Der 24-Stunden-Service ist ein durchgehendes Element des Angebots: "Während 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr stehen unsere Monteure für Sie auf Abruf bereit", heisst es sowohl zur Kältetechnik als auch zum Kühlraumbau und zu den Klimalösungen, jeweils mit Verweis auf ein "grosses und gut bestücktes Ersatzteillager" und "bestens ausgerüstete Servicewagen". Ein Markenbotschafter wird ebenfalls genannt, allerdings ohne inhaltlichen Bezug zur Kältetechnik: Samuel Giger, beschrieben als "einer der erfolgreichsten Schwinger der Schweiz", tritt laut eigener News-Seite als Partner der Firma auf.

Wer im st.gallischen Zuzwil einen Betrieb sucht, der Kühlräume baut, Kälteanlagen für Lebensmittelbetriebe, Tankstellenshops oder die Pharmaindustrie plant und dabei auch Klimaanlagen für Wohn- und Büroräume anbietet, findet mit Frigel AG einen seit 1994 etablierten, überregional tätigen Betrieb mit rund 55 Mitarbeitenden und einer klaren Ausrichtung auf natürliche Kältemittel. Wärmepumpen sind bei Frigel kein eigenständiges Angebot, sondern zeigen sich dort, wo eine Kälteanlage ohnehin Abwärme produziert und diese sinnvoll weiterverwendet werden kann, wie im dokumentierten Fall des Birsmattehofs, wo dieselbe Anlage gleichzeitig kühlt und heizt. Wer gezielt einen auf Wohnhaus-Wärmepumpen spezialisierten Betrieb sucht, findet bei Frigel eher einen möglichen Partner für ein industrielles oder landwirtschaftliches Sonderprojekt als für eine klassische Einfamilienhaus-Installation. Für die Beratung stehen mit Marcel Sutter und Tobias Sutter zwei eigens benannte Ansprechpartner bereit, je nach Bereich unter einer eigenen internen Durchwahl erreichbar, was für einen Betrieb dieser Grösse auf eine klar aufgeteilte Kundenbetreuung schliessen lässt statt auf eine anonyme Zentrale.

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