Gersbach AG
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Die eigene Geschichtsseite der Gersbach AG beginnt im August 1953: Hans Gersbach-Schmidli, diplomierter Installateur und Spenglermeister, übernimmt damals das Spengler- und Installationsgeschäft der Erbschaft Hans Hohler in Rheinfelden, mit einer Werkstatt an der Futtergasse 8 mitten in der Altstadt. 1974 tritt Sohn Hansjörg Gersbach in die Firma ein und lässt einen Neubau am Gerstenweg 1 errichten, der ab 1978 bis heute der Sitz der Firma ist. 1987 wird aus der Einzelfirma eine Aktiengesellschaft, 2008 übernimmt Felix Gersbach, diplomierter Haustechnik-Installateur, den Betrieb bereits in dritter Generation. Die Homepage bewirbt das Unternehmen aktuell mit dem Satz „Seit siebzig Jahren sind wir Feuer und Flamme", eine Zeitspanne, die sich in etwa mit dem Jubiläum um das Jahr 2023 deckt, ohne dass die Website daraus selbst ein neueres Gründungsdatum ableitet.
Mehrere Führungswechsel in kurzer Zeit
Nach Felix Gersbachs Rückzug aus dem operativen Geschäft berichtet die Chronik von einer auf 4 Mitglieder vergrösserten Geschäftsleitung mit dem neuen Geschäftsführer Benjamin Steiger. Nach dem Tod von Markus De Bona übernehmen interne Fachkräfte Kaderpositionen: Peter Rosenthaler wird Projektleiter Sanitär, Christian Wäckerli Leiter Kundendienst. Im selben Abschnitt der Chronik verschwindet die Lüftungsabteilung aus dem Firmennamen, während die Heizungsabteilung unter dem damals neuen Leiter Matthias Osswald verstärkt wird. 2018 übernimmt Beat Dignoes die Geschäftsführung von Benjamin Steiger, der sich beruflich neu orientieren will. 2022 verlässt Dignoes die Firma für eine neue Aufgabe „beim Verband", das bestehende Kader führt den Betrieb interimistisch weiter, bis im August 2023 Maik Ziegler, Installateur- und Heizungsbaumeister, die Geschäftsführung übernimmt. Auf der aktuellen Team-Seite erscheint Matthias Osswald nicht mehr, die Heizungsabteilung wird dort von Christian Lara geleitet, Feuerungsfachmann und Technischer Kaufmann. Das übrige aktuelle Kader besteht aus Petra Aberer (Administration & Disposition), Beat Abderhalden (Leitung Finanzen & Personal, dipl. Betriebsökonom FH), Peter Rosenthaler (weiterhin Abteilungsleiter Sanitär und Lehrlingsbetreuer), Christian Wäckerli (weiterhin Abteilungsleiter Kundendienst) und Janik Derrer (Projektkoordinator Heizung und Projektleiter Badumbauten). Die Geschichtsseite selbst beziffert die Belegschaft auf „rund 30 Mitarbeitende" und bezeichnet die Firma damit als „eines der grössten Haustechnik-Unternehmen der Region Rheinfelden und Fricktal".
3 Wärmepumpentypen, dazu Solar, Holz und Pellets
Auf der Seite „Brennstoffe und Wärmequellen" unterscheidet die Firma 3 Wärmepumpentypen: Luft-Wasser-Wärmepumpen, die laut Website „hocheffizient und leistungsstark" seien, Sole-Wasser-Wärmepumpen, die die im Erdreich gespeicherte Wärme nutzen, und Wasser-Wasser-Wärmepumpen, die mit Grundwasser, See-, Fluss- oder Abwasser heizen. Für die Erdwärmenutzung nennt die Seite eine Erdsondenbohrung von „ca. 200 m" Tiefe. Konkrete Leistungsangaben in kW, COP- oder JAZ-Werte für eine bestimmte Wärmepumpe fehlen an dieser Stelle jedoch komplett, die Beschreibung bleibt auf der Ebene des Funktionsprinzips.
Daneben führt die Firma Solaranlagen, Gas-, Öl- und Pelletheizungen im Angebot. Zur Solarthermie schreibt die Website, eine Kompaktsolaranlage könne „bis zu 80 % des jährlichen Brauchwasserbedarfs für ein Einfamilienhaus" abdecken, bereits mit einer Kollektorfläche von 5 bis 6 Quadratmetern. Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung realisiert und koordiniert die Firma nach eigener Aussage „mit unseren Partnern", nicht als reine Eigenleistung. Zu Holzheizungen zitiert die Seite eine Zahl des Bundesamts für Umwelt BAFU, wonach jedes durch Holz ersetzte Kilogramm Heizöl die Atmosphäre „um mehr als 3 Kilogramm CO2" entlaste, eine Angabe der Bundesbehörde, nicht eine eigene Messgrösse der Firma.
Ein Heizungscheck für 100 Franken, gemeinsam mit dem Kanton
Konkret beziffert die Website ihre „Energieberatung": Für eine Kostenbeteiligung von 100 Franken kontrollieren die Heizungsfachleute der Firma eine bestehende Anlage in einem laut Website rund 1-stündigen Termin, mit Objektbegehung, Bewertung von Wärmeerzeugung, -verteilung und -abgabe sowie einem Hinweis auf einen möglichen Systemwechsel. Die Seite stellt ausdrücklich klar, dass „der Heizungs-Check keine Wartung der Anlage" ist, und nennt als Partner für diese Dienstleistung die Energieberatung Aargau, es handelt sich also um eine gemeinsam mit einer kantonalen Stelle angebotene Leistung, nicht um ein rein internes Produkt. Für die Suche nach Förderprogrammen verweist die Firma auf das externe Tool energie-experten.ch, ohne selbst einen Fördersatz oder Betrag zu nennen.
Mitgliedschaften und ein Alleinstellungsmerkmal
Die Seite „Mitgliedschaften" listet den SVGW, die Fach- und Netzwerkorganisation der Schweizer Gas- und Wasserversorgungen, sowie Swissolar, den schweizerischen Fachverband für Sonnenenergie, dazu den Gewerbeverein Rheinfelden als lokale Wirtschaftsvereinigung. Diese 3 sind Branchen- beziehungsweise Standortverbände, keine firmenspezifische Auszeichnung. Anders die vierte Nennung: Als „Aquaclean Partner" bezeichnet sich Gersbach als „der einzige offizielle Dusch-WC-Fachpartner mit Ausstellung im unteren Fricktal", eine von der Firma selbst formulierte Exklusivitätsaussage für die eigene Region.
Ausstellung, Lehrbetrieb und Vereinsleben
Am Sitz in Rheinfelden betreibt die Firma eine eigene Ausstellung mit ausgewählten Sanitärprodukten. Für einen Neubau oder einen kompletten Badumbau empfiehlt die Website zusätzlich den Besuch der Ausstellungen von Sanitas Troesch, Richner „oder einem anderen Lieferanten": Diese Unternehmen übermitteln Gersbach nach dem Besuch die getroffene Auswahl als Offerte, auf deren Grundlage die Firma den Gesamtpreis inklusive Installation berechnet, ein Ablauf über Handelspartner, nicht ein reines Eigenprodukt. Als Lehrbetrieb führt die Firma laut eigener Aussage das Zertifikat „Toplehrbetrieb Gebäudetechnik", das der nationale Gebäudetechnikverband suissetec an Ausbildungsbetriebe vergibt, die dessen Anforderungen erfüllen, eine verbandsbasierte Auszeichnung und keine firmeneigene Erfindung. Auf ihrer Seite zu sozialem Engagement listet die Firma eine lange Reihe lokaler Vereine, die sie unterstützt, darunter der Eishockeyclub Rheinfelden, die Stadtmusik Rheinfelden, der Fussballclub Rheinfelden und der Verein für Altersheime Rheinfelden.
Erreichbarkeit
Für Notfälle nennt die Website einen eigenen 24-Stunden-Pikettdienst mit derselben Nummer wie die allgemeine Geschäftsnummer, +41 61 836 88 22, dazu eine separate Faxnummer, +41 61 836 88 21, für den Kontaktverkehr. Sitz und einzige genannte Adresse ist Gerstenweg 1, 4310 Rheinfelden, dieselbe Adresse, an die die Firma 1978 gezogen ist.
Was es kostet
Über den Heizungscheck für 100 Franken hinaus nennt die Website keine Preise für Wärmepumpen, Heizkesselauswechslungen, Badumbauten oder Sanitärinstallationen. Wer eine konkrete Offerte für eine neue Wärmepumpe will, muss die Fachleute der Heizungsabteilung direkt kontaktieren.
Für wen sich das eignet
Gersbach AG passt zu Bauherrschaften im Fricktal und der Region Rheinfelden, die einen etablierten, seit 3 Generationen familiär geprägten Betrieb mit klar benanntem Fachpersonal für alle 3 gängigen Wärmepumpentypen suchen und die Möglichkeit eines kostenpflichtigen, aber vergleichsweise günstigen Erstchecks der bestehenden Heizung schätzen. Wer zuerst harte Kennzahlen wie Leistungsklassen oder Effizienzwerte vergleichen will, bekommt diese von der Website nicht und muss sie im Beratungsgespräch erfragen.
Fazit
Mit einer lückenlos dokumentierten Firmengeschichte seit 1953, benannten Ansprechpartnern für Sanitär, Heizung und Kundendienst und einem konkret bezifferten Heizungscheck für 100 Franken gehört Gersbach AG zu den transparenter auftretenden Betrieben in dieser Liste. Die zuletzt mehrfach gewechselte Geschäftsführung und das Fehlen jeglicher technischer Eckdaten zu den 3 angebotenen Wärmepumpentypen sind die beiden Punkte, die eine Interessentin oder ein Interessent im persönlichen Gespräch nachfragen sollte.