Energieverbund Wädenswil AG

Rütibüelstrasse 5, 8820 Wädenswil · seit 2025

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Das Impressum nennt als Betreiberin "Energieverbund Wädenswil AG", Rütibüelstrasse 5, 8820 Wädenswil, mit Handelsregistereintrag beim Handelsregisteramt Zürich unter der Nummer CHE-448.447.347 (zugleich die Mehrwertsteuernummer), Telefon 044 789 75 40, energieverbund@waedenswil.ch. Der Name im Feld dieses Verzeichnisses, "Energieverbund Wädenswil AG", stimmt mit dieser Handelsregisterangabe bereits überein und wird unverändert übernommen. Der Fusszeilenvermerk "© 2026 Energie 360°. Alle Rechte vorbehalten" weist auf die enge Verbindung zur Partnerin Energie 360° hin, ändert aber nichts daran, dass Energieverbund Wädenswil AG die eigenständige Betreiberin gemäss Handelsregister ist.

Was es ist

Die Energieverbund Wädenswil AG ist eine gemeinsame Projektgesellschaft der Stadt Wädenswil und der Energie 360°, gegründet am 17. Juni 2025 eigens für den Bau und Betrieb eines neuen Fernwärmenetzes in Wädenswil und Au. Die Aktien verteilen sich laut eigener Angabe auf die Stadt Wädenswil (51 Prozent) und Energie 360° (49 Prozent); Energie 360° selbst ist laut derselben Seite eine Aktiengesellschaft vollständig in öffentlicher Hand, mit der Stadt Zürich als Haupteigentümerin. Die Website begründet die Wahl der Partnerin mit deren Erfahrung "in der Realisierung von Energieverbünden". Verwaltungsratspräsident ist Jonas Erni, weitere Mitglieder sind Romeo Deplazes, Christof Wolfer und Andrea Zinsli; die Geschäftsleitung führt Rolf Baumbach als Geschäftsführer neben Mark Disler.

Wie die Wärme erzeugt wird

Den Hauptanteil der Energie gewinnt der Verbund laut eigener Darstellung "mit Energie aus dem Seewasser des Zürichsees und mit Hilfe von Wärmepumpen". Geringere Anteile stammen aus der Abwärme der Kläranlage Rietliau sowie aus Holz über den "Wärmeverbund Untermosen". An sehr kalten Tagen, wenn die Wärmepumpenleistung nicht ausreicht, springen Gasheizkessel als Spitzenlastanlagen ein, wobei laut Website auch Biogas eingesetzt wird; dieselbe Spitzenlastanlage dient zusätzlich als Rückfallebene bei Wartungsarbeiten oder Störungen der Wärmepumpen. Insgesamt lässt sich der Verbund laut eigener Angabe damit "zu über 90 Prozent erneuerbar betreiben", mit dem erklärten Ziel, ab 2050 auf 100 Prozent erneuerbare Energie zu kommen. Auf die Frage, ob Fernwärme so klimafreundlich sei wie eine individuelle Wärmepumpe, antwortet die eigene FAQ knapp: "Die beiden Heizarten sind bezüglich Klimafreundlichkeit vergleichbar." Für den Endausbau beziffert die Firma die vermiedene CO2-Menge auf rund 15'000 Tonnen pro Jahr, was sie selbst mit dem Heizbedarf von zwischen 3'000 und 4'000 Einfamilienhäusern oder mit rund 5'000 Flügen zwischen Zürich und New York und zurück pro Jahr vergleicht.

Technisch beschreibt die Website den Seewasserkreislauf in mehreren Stationen: Eine Seewasserfassung entnimmt das Wasser des Zürichsees in rund 20 bis 40 Metern Tiefe, wo es laut eigener Angabe 4 bis 10 Grad warm ist, und pumpt es zur Seewasserzentrale hoch. Dort filtert ein mechanischer Filter grössere Schwebestoffe heraus, bevor ein Wärmetauscher dem Seewasser die Wärmeenergie entzieht; das abgekühlte Wasser fliesst danach "sauber und unversehrt zurück in den Zürichsee". In der Energiezentrale übergibt ein Zwischenkreislauf diese Energie an die eigentlichen Wärmepumpen, deren strombetriebene Kompressoren das Kältemittel verdichten und so die benötigte Vorlauftemperatur erzeugen; ein Energiespeicher gleicht dabei Schwankungen im Wärmebedarf aus, damit die Pumpen gleichmässig laufen können. Das bestehende, seit 2011 mit einer Holzschnitzelheizung betriebene Gebiet "Wärmeverbund Untermosen" wird laut Website in den neuen Energieverbund integriert, statt separat weiterzubestehen.

Was am Haus passiert

Technisch ersetzt eine kompakte Wärmeübergabestation den bisherigen Gas- oder Ölheizkessel; sie benötigt laut Website "weniger Platz als Ihre bisherige Heizung" und überträgt die Energie per Wärmetauscher an das bestehende Heizsystem. An der sekundärseitigen Wärmeverteilung, etwa Umwälzpumpe und Radiatoren, seien laut eigener Aussage keine oder nur geringe Anpassungen nötig, auch wenn die Firma anbietet, diese bei Gelegenheit gleich mit zu modernisieren; ein vorhandener Öltank lässt sich danach entsorgen. Die Energieverbund Wädenswil AG übernimmt den Anschluss und die Wärmeübergabestation selbst, die Hausinstallation ab der Übergabestation liegt in der Verantwortung eines vom Kunden frei wählbaren Heizungsunternehmens. Warum ein bestehendes Gasnetz nicht einfach mitgenutzt werden kann, erklärt die Firma technisch: Fernwärme braucht anders als Gas einen geschlossenen Kreislauf aus Vor- und Rücklauf sowie eine gedämmte Leitung, weshalb die komplette Infrastruktur neu gebaut werden muss.

Was der Anschluss kostet

Die Website gliedert die Kosten in drei Teile, ohne konkrete Frankenbeträge zu nennen: einen einmaligen Anschlussbeitrag für den Netzanschluss und die Wärmeübergabestation, dazu allenfalls Anpassungen an der hausinternen Wärmeverteilung und Warmwasserbereitung; laufend kommt ein jährlicher Grundpreis hinzu, der sich nach der bezogenen Anschlussleistung in Kilowatt richtet und Betriebs- sowie Instandhaltungskosten deckt, sowie ein Energiepreis pro bezogene Kilowattstunde Wärme. Wer seine Heizung noch nicht sofort ersetzen muss, kann laut Website einen etappierten Anschluss wählen: Beim Bau des Hausanschlusses werden zunächst nur 50 Prozent des Anschlussbeitrags fällig, verbunden mit einem bereits verbindlichen Wärmeliefervertrag samt Zusatzvereinbarung, die fünf Jahre Zeit für die Umstellung einräumt; die zweite Hälfte des Beitrags wird erst bei der späteren Installation der Wärmeübergabestation in Rechnung gestellt. Sinkt der Wärmebedarf einer Liegenschaft wesentlich, lässt sich die abonnierte Wärmeleistung laut FAQ in Absprache anpassen, wonach nur noch der reduzierte Grundpreis anfällt. Die vereinbarte Mindestvertragsdauer beträgt 15 oder 30 Jahre, danach verlängert sich der Vertrag automatisch auf unbestimmte Zeit mit einer Kündigungsfrist von 12 Monaten; ein Ausstieg verpflichtet die Kundschaft laut Website zur Übernahme der Rückbaukosten der bestehenden Anlage. Für den Umstieg lassen sich beim Kanton Zürich Förderbeiträge beantragen, deren Gesuch frühestens 2 Jahre vor den Massnahmen und zwingend vor dem Umbau der eigenen Heizanlage eingereicht werden muss.

Ausbau und Verfügbarkeit

Der etappierte Netzausbau befindet sich laut eigener Aussage "derzeit in Erarbeitung" und werde laufend aktualisiert; die ersten Kundinnen und Kunden sollen voraussichtlich ab 2026 beliefert werden. Über eine Funktion "Anschluss prüfen" lässt sich anhand der Adresse feststellen, ob eine Liegenschaft ans Netz angeschlossen werden kann, gefolgt von einer Berechnung der Richtkosten anhand der eigenen Verbrauchsdaten. Wer heute nicht anschliesst, hat laut Website keine Garantie für später: "Wir bauen den Energieverbund ohne nennenswerte Reserven im Leitungsnetz." Eine Fernwärmeversorgung lohne sich wirtschaftlich nur in dicht bebauten Gebieten mit hohem Energiebedarf; für Einfamilienhausquartiere seien andere erneuerbare Lösungen sinnvoller, wofür die Firma auf die Energieberatung der Stadt Wädenswil verweist. Liegenschaften ausserhalb des Versorgungsgebiets betrifft laut Website zusätzlich die Revision des kantonalen Energiegesetzes (in Kraft seit 1. September 2022), die den Ersatz von Öl- und Gasheizungen am Lebensende durch umweltfreundlichere Lösungen verlangt; die Stadt Wädenswil bietet dafür eine kostenlose Erstberatung an.

Für wen es passt

Für dicht bebaute Liegenschaften in Wädenswil und Au, die im laufend aktualisierten Ausbauplan liegen, bietet die Energieverbund Wädenswil AG ein technisch gut dokumentiertes Fernwärmeprodukt mit Seewasser als Hauptenergiequelle, ergänzt durch Abwärme, Holz und im Bedarfsfall Gas- beziehungsweise Biogas-Spitzenlast. Konkrete Frankenbeträge für Anschlussbeitrag, Grundpreis oder Energiepreis nennt keine der ausgewerteten Seiten; wer sie kennen will, muss die eigene Adresse über "Anschluss prüfen" eingeben. Wer sein Haus schon jetzt sanieren muss, aber noch etwas Zeit gewinnen möchte, kann mit dem etappierten Anschluss frühzeitig einen Vertrag sichern und die zweite Zahlung erst bei der eigentlichen Umstellung leisten. Wer ausserhalb des Ausbaugebiets liegt, findet auf der Website den klaren Hinweis, dass spätere Reserven nicht garantiert sind, und wird stattdessen an die städtische Energieberatung verwiesen.

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