Services Industriels de Genève (SIG)
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Der Name aus dem Auftrag deckt sich mit dem, was die Website selbst durchgehend verwendet: Titel und Fusszeile jeder Seite nennen die Firma "SIG", ausgeschrieben als "Services Industriels de Genève". Eine separate Handelsregisternummer oder UID nennt die besuchte "Mentions légales"-Seite nicht, weshalb hier keine solche Nummer angegeben wird; als Standort wird die im Auftrag genannte Stadt Genève übernommen, eine genaue Strassenadresse liess sich auf den besuchten Seiten nicht finden.
Was es ist
SIG versorgt nach eigener Beschreibung über 500'000 Menschen im Kanton Genf mit Wasser, Gas, Strom und "énergie thermique" (Wärmeenergie); daneben behandelt sie Abwasser, verwertet Abfälle und begleitet den Ausbau intelligenter Quartiere. Innerhalb dieses breiten Angebots betreibt SIG eigenständige, staatlich tarifierte Wärmenetze für Geschäfts- und Industriekundschaft, benannt GeniLac und GeniTerre, beide eingestuft als "réseaux thermiques structurants" (RTS), deren Tarife der Genfer Staatsrat (Conseil d'État) selbst festlegt und regelmässig anpasst.
Wärme statt Maschine
Bei beiden Netzen kauft die Kundschaft keine eigene Heiz- oder Kühlanlage, sondern eine vollständige Dienstleistung. SIG nennt es selbst so: "Prestation complète incluant les investissements thermiques, l'exploitation, la maintenance, le dépannage et la fourniture d'énergie", also Investition in die Wärmeanlage, Betrieb, Wartung, Störungsdienst und Energielieferung aus einer Hand. Wer sich anschliesst, bezahlt für gelieferte Wärme oder Kälte nach Kilowattstunde, nicht für ein Gerät im eigenen Keller.
GeniLac: Seewasser als Energiequelle
GeniLac nutzt Wasser aus dem Genfersee als lokale, erneuerbare Ressource, um Gebäude zu kühlen und zu heizen. Das Wasser wird in 45 Metern Tiefe gefasst, wo es ganzjährig eine stabile Temperatur von rund 7 Grad hat, und über unterirdische Leitungen zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. Nach dem Prinzip der Hydrothermie ersetzt GeniLac damit Klimaanlagen; mit einer zusätzlichen Wärmepumpe lassen sich Gebäude über dieselbe Quelle auch beheizen. Zum 1. Januar 2026 hat der Staatsrat die Wärmelieferungstarife der RTS im Schnitt um -0,5 Rappen pro Kilowattstunde gesenkt (-3%); die Kältelieferung bleibt bei durchschnittlich 21,9 Rappen pro Kilowattstunde unverändert. Für kleine Anschlussleistungen unter 50 kW gilt seit dem 1. Juli 2025 zusätzlich eine um 30% reduzierte Anschlussgebühr von pauschal 70'000 Franken, und Anlagen dieser Grösse sind von der sonst geltenden Anschlusspflicht befreit. Als weiteren Vorteil nennt SIG die sinkenden Stromkosten, die sonst für den Betrieb konventioneller Klimaanlagen anfallen würden: Wer über GeniLac kühlt, braucht keinen eigenen strombetriebenen Kompressor mehr, was laut Website den Stromverbrauch für die Kühlung senkt.
GeniTerre: klassisches Fernwärmenetz
GeniTerre funktioniert laut SIG "comme un grand chauffage central", das Wärme in Form von Warmwasser durch unterirdische Leitungen verteilt und so Heizung und Warmwasseraufbereitung der angeschlossenen Gebäude deckt. Die Wärme stammt aktuell aus der Verwertung von Abfällen, aus Biomasse und aus Erdgas; bis 2030 will SIG zusätzliche Quellen wie Geothermie und die Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser erschliessen, mit dem Ziel, den Energiemix auf 80% erneuerbare und rückgewonnene Energie zu bringen. Auch hier hat der Staatsrat die Tarife per 1. Januar 2026 gesenkt: Der Durchschnittstarif für GeniTerre liegt zu Vollkosten neu bei 17,3 Rappen pro Kilowattstunde, das Produkt GeniTerre Vertua bei 15,5 Rappen und GeniTerre Vertua Plus bei 17,2 Rappen pro Kilowattstunde. An anderer Stelle derselben Seite nennt die Website denselben Wert von 15,5 Rappen für "GeniTerre 50% Vertua" (ein Übergangsprodukt für Gebäude, die von fossiler Energie auf GeniTerre wechseln); da beide Produktbezeichnungen für denselben Tarif auf derselben Seite auftauchen, wird dieser Widerspruch hier festgehalten, statt ihn stillschweigend auf eine Version zu vereinheitlichen. Ein drittes Produkt, GeniTerre Transition, steht laut Website nur mit einer Ausnahmebewilligung des kantonalen Energieamts und unter Auflagen wie einer Gebäudedämmsanierung zur Verfügung. Dieselbe Anschlussgebühren-Regel wie bei GeniLac gilt auch hier: minus 30% auf pauschal 70'000 Franken für Anschlussleistungen unter 50 kW seit dem 1. Juli 2025, verbunden mit der Befreiung von der Anschlusspflicht für diese Grössenklasse.
Vergleich der beiden Netze
Wer am See liegt, profitiert von GeniLac vor allem als Kühllösung, die sich mit einer Wärmepumpe auch fürs Heizen nutzen lässt; wer nicht am See liegt, aber im Netzgebiet von GeniTerre, bekommt ein klassisches Fernwärmenetz für Heizung und Warmwasser, dessen Energiequellen SIG schrittweise von Abfall, Biomasse und Gas hin zu Geothermie und Abwasserwärme umbauen will. Beide Netze teilen dieselbe regulatorische Grundlage (vom Staatsrat festgelegte RTS-Tarife) und dieselbe Anschlusslogik für kleine Leistungen unter 50 kW. Die hier verwendeten Angaben stammen von den Seiten für Unternehmenskundschaft; SIG spiegelt dieselben beiden Netzseiten laut eigener Sitemap zusätzlich unter separaten Pfaden für Privatpersonen, Gewerbetreibende, Gemeinden und Immobilienverwaltungen, was auf inhaltlich weitgehend deckungsgleiche, nur nach Zielgruppe sortierte Fassungen hindeutet.
Was es kostet und wie man anfragt
Konkrete Zahlen liegen für beide Netze offen: die genannten Wärme- und Kältetarife pro Kilowattstunde sowie die pauschale Anschlussgebühr von 70'000 Franken für kleine Leistungen. Für eine individuelle Einschätzung bietet SIG einen Online-Rechner ("Estimer le coût de ma fourniture thermique") an sowie den direkten Kontakt über eine zuständige Kundenberatung ("Chargé·e clients") oder ein Anfrageformular. Bei GeniTerre kommt als dritter Weg die Vermittlung über einen "partenaire ProClimat" hinzu, der laut Website sowohl bei der Informationsanfrage als auch bei der Wahl der passenden Lösung und während des Anschlussverfahrens begleitet.
Als weiteren Vorteil beider Netze nennt SIG die "Valorisation de votre bien immobilier avec l'éligibilité aux différents standards énergétiques en vigueur", also die Aufwertung der Liegenschaft durch die Erfüllung geltender Energiestandards, sowie ganz allgemein "Conformité réglementaire et exemplarité" und "Pérennité, fiabilité et performance" als Stichworte für Regelkonformität und Betriebssicherheit. Wie konkret sich diese Standards auf eine einzelne Liegenschaft auswirken, sagt die besuchte Seite nicht; das bleibt dem individuellen Angebot über die Kundenberatung oder einen ProClimat-Partner vorbehalten.
Für wen es passt
GeniLac und GeniTerre richten sich laut den besuchten Seiten an Unternehmen, Gemeinden, Immobilienverwaltungen und Gewerbetreibende mit einem Gebäude im jeweiligen Netzgebiet, nicht an Privathaushalte mit einer einzelnen Wohnung. Wer eine Liegenschaft mit weniger als 50 kW Anschlussleistung plant, profitiert seit Mitte 2025 doppelt: von der reduzierten Anschlussgebühr und vom Wegfall der Anschlusspflicht. Wer Wert auf einen möglichst tiefen Anteil erneuerbarer Energie legt, findet bei GeniTerre mit dem Vertua-Produkt eine ausgewiesene Option und bei GeniLac ein Netz, das zu 100% auf einer erneuerbaren, lokalen Quelle beruht; wer stattdessen zuerst den Umstieg von einer fossilen Heizung weg sucht, ist mit dem Übergangsprodukt GeniTerre 50% Vertua oder GeniTerre Transition besser bedient, wobei Letzteres eine behördliche Ausnahmebewilligung voraussetzt. In jedem Fall bleibt die Investition, der Betrieb und der Störungsdienst bei SIG, nicht bei der Kundschaft.