IBC Energie Wasser Chur
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Der Name im Feld dieses Verzeichnisses war nicht erfasst; das Impressum nennt die "IBC Energie Wasser Chur", Felsenaustrasse 29, 7000 Chur, +41 81 254 48 00, info@ibc-chur.ch, identisch mit dem Footer jeder Seite. "IBC" ist die auf der Website durchgehend verwendete Kurzform. Eine UID oder ein Handelsregistereintrag steht auf der besuchten Impressumsseite nicht.
Was es ist
IBC Energie Wasser Chur versorgt die Region Chur mit Strom, Gas, Trinkwasser sowie, für dieses Verzeichnis relevant, Wärme und Kälte. Die eigene Wärmeseite beschreibt das Geschäft so: "Die IBC versorgt Sie mit umweltfreundlicher Energie für die Bereiche Heizung, Warmwasseraufbereitung und Raumkühlung." Das Wärmegeschäft besteht aus zwei Teilen, die im Eintrag getrennt behandelt werden: einem eigenen, direkt von IBC betriebenen Wärme- und Anergienetz in Chur und Churwalden, und mehreren Beteiligungen an rechtlich eigenständigen Fernwärme- und Wärmeverbund-Gesellschaften, bei denen IBC laut eigener Aussage jeweils "für die Geschäfts- und Betriebsführung verantwortlich" ist.
Das eigene Wärme- und Anergienetz
Als Energiequellen für das eigene Netz nennt IBC "Grundwasser, Abwasser, Energie aus der Kehrichtverbrennungsanlage und nachwachsendes Holz". Ziel ist laut "Masterplan Energie Chur 2040", "rund 60 Prozent des Churer Wärmebedarfs mit CO2-freier, erneuerbarer Energie" zu decken und dabei fossile Erdgas- und Ölheizungen zu ersetzen. Als Vorteile für Anschliessende nennt die Firma unter anderem einen geringen baulichen Aufwand, ein "attraktives Preismodell" mit sämtlichen möglichen Förderbeiträgen für den Umstieg, den Wegfall von Brennstoffbeschaffung, -lagerung, Wartung und Ersatz der Heizung sowie eine Wertsteigerung der Liegenschaft. Konkrete Anlagenbeispiele nennt die Website mit technischen Eckdaten: Die "Energiezentrale Fortuna", im Juli 2024 in Betrieb genommen, hat laut eigener Angabe eine Heizleistung von 4 MW (2 x 1 MW Wärmepumpe, 2 x 1 MW Gasredundanz), nutzt lokales Grundwasser als Energiequelle, kostete rund 8 Millionen Franken und versorgt die Schulhäuser Fortuna und Herold sowie das angrenzende Quartier. Die "Energiezentrale Churwalden", 2021 in Betrieb genommen, arbeitet mit regionalen Holzhackschnitzeln und hat eine Heizleistung von 1,9 MW; im Endausbau soll laut eigener Aussage über die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner Churwaldens ganzjährig damit versorgt sein. Das 2011 in Betrieb genommene Blockheizkraftwerk "BHKW City West" im gleichnamigen Einkaufszentrum liefert 1 MW thermische und 1 MW elektrische Leistung und speist gemäss eigener Beschreibung zusätzliche Elektrizität für den Betrieb der Wärmepumpen ins eigene Netz zurück.
Wärme-Contracting im Anergienetz
Für Liegenschaften im Gebiet eines Anergienetzes führt IBC ein Angebot, das die eigene Website ausdrücklich "Wärme - Contracting" nennt: "Wenn Ihre Liegenschaft in Chur im Gebiet eines Anergienetzes liegt, haben Sie die Möglichkeit, die Wärmepumpenzentralen für die Bereitstellung der Wärme und der Kühlenergie durch die IBC installieren und betreiben zu lassen. Bei Interesse prüfen wir die Möglichkeiten und Bedingungen individuell." Ein konkretes, benanntes Beispiel liefert die Anlage "Trist 2": Dort versorgt IBC "im Rahmen eines Contractings" die Wohn- und Gewerbeüberbauung Trist 2 von Domenig Immobilien mit Wärme und Kühlenergie ab dem bidirektionalen Anergienetz Chur West, wobei IBC laut eigener Aussage "für die Finanzierung, die Installation sowie den Betrieb und die Erneuerung der Anlage verantwortlich" ist, konkret vom Anergienetz bis und mit Heizungsspeicher nach der Wärmepumpe sowie dem Freecooling-Wärmetauscher. Die beiden Wärmepumpen der Anlage wurden im Frühjahr 2024 in Betrieb genommen; genannte Leistungswerte sind 280 kW Heizleistung, 33 kW für Brauchwarmwasser und 245 kW Klimakälteleistung, mit lokalem Grundwasser als Energiequelle.
Beteiligungen: wer die Wärme tatsächlich liefert
Neben dem eigenen Netz ist IBC an mehreren rechtlich eigenständigen Gesellschaften beteiligt, für die sie jeweils die Geschäfts- und Betriebsführung übernimmt. Die "Fernwärme Chur AG" wurde im Dezember 2009 vom Kantonsspital Graubünden (KSGR), dem Gemeindeverband für Abfallentsorgung (GEVAG) und IBC gegründet; sie bezieht Wärme aus der Kehrichtverwertung und speist sie über eine Leitung nach Chur ein. Nach einer aktuellen Meldung übernimmt IBC diese Gesellschaft nun vollständig; laut derselben Meldung wurden dadurch die Preise für Neuanschlüsse rückwirkend per 1. Januar 2026 gesenkt und ein einheitliches Preismodell für ganz Chur eingeführt, wovon auch bestehende Kundinnen und Kunden mit bisher höheren Preisen profitieren sollen. Zur Herkunft dieser Fernwärme widerspricht sich die Website selbst: Die Partnerseite nennt als Standort der Kehrichtverbrennungsanlage "Untervaz (GEVAG)", während die Meldung zur vollständigen Übernahme wiederholt von der "Kehrichtverbrennung Trimmis" beziehungsweise der "Kehrichtverwertungsanlage Trimmis" spricht; beide Ortsnamen stehen unwidersprochen nebeneinander, hier wird der Widerspruch berichtet statt aufgelöst. Die "Wärmeverbund Domat/Ems AG", ein gemeinsames Unternehmen von IBC, der Gemeinde Domat/Ems und der Rhiienergie AG, versorgt laut eigener Beschreibung das Industrieareal Vial/Tuleu sowie das Gebiet Domat/Ems West mit Wärme aus industrieller Abwärme, vorzugsweise von der Ems Chemie und der Axpo Tegra. Der "Energieverbund Maienfeld", mehrheitlich von der AG Elektrizitätswerk Maienfeld gehalten, wird auf derselben Seite als Partner genannt; die Website beschreibt dessen Angebot nur allgemein als Versorgung "mit erneuerbarer Energie" in "selektierten Ortsgebieten", ohne diese ausdrücklich als Wärme zu benennen, weshalb dieser Eintrag ihn nicht als Wärmegeschäft behauptet. Zwei weitere Beteiligungen gehören nicht in diese Kategorie und werden hier nur zur Einordnung genannt: Die "Gemeindekorporation Kraftwerk Chur-Sand" (GKC), 1981 gegründet, betreibt das Wasserkraftwerk Chur-Sand an Plessur und Rabiosa mit einer Jahresproduktion von rund 55 GWh Strom, wovon die Stadt Chur laut eigener Angabe rund 75 Prozent bezieht, gemeinsam mit den Gemeinden Arosa und Churwalden; das ist Stromproduktion, keine Wärmelieferung. Ebenso betreibt IBC zusammen mit der "Einfachen Gesellschaft Sonnenstrom IBC" (EGSI) laut eigener Angabe 6 Solaranlagen in Chur mit einer installierten Gesamtleistung von 801 kWp, ein Photovoltaikgeschäft, kein Wärmegeschäft.
Preise und Kontakt
Konkrete Franken- oder Rappenbeträge pro Kilowattstunde nennt keine der besuchten Seiten direkt; für Interessierte verweist IBC auf einen "Verfügbarkeitscheck" mit angeschlossenem Kostenrechner, über den sich laut eigener Aussage auch prüfen lässt, "ob ihre Liegenschaft im Versorgungsgebiet liegt, wann der Netzausbau geplant ist und mit welchen Anschlusskosten zu rechnen ist". Für allgemeine Fragen nennt IBC die Nummer +41 81 254 48 00 und die Adresse info@ibc-chur.ch, für Störungen einen separaten Pikettdienst unter +41 81 254 48 48.
Für wen es passt
Eigentümerinnen und Eigentümer von Liegenschaften im Churer Stadtgebiet oder in Churwalden, die im Versorgungsgebiet des IBC-eigenen Wärme- oder Anergienetzes liegen, können über den Verfügbarkeitscheck direkt prüfen, wann ein Anschluss möglich ist; wer im Gebiet eines Anergienetzes liegt, kann zusätzlich das ausdrücklich so benannte Wärme-Contracting anfragen, bei dem IBC die Wärmepumpenzentrale selbst finanziert, installiert und betreibt, wie im Beispiel Trist 2 belegt. Wer stattdessen bereits an die Fernwärme Chur AG, den Wärmeverbund Domat/Ems oder den Energieverbund Maienfeld angeschlossen ist oder werden will, profitiert nach der jüngsten vollständigen Übernahme der Fernwärme Chur AG von einem inzwischen einheitlichen Preismodell für Neuanschlüsse in Chur. Konkrete Preise nennt keine der ausgewerteten Seiten; wer sie kennen will, muss den Verfügbarkeitscheck nutzen oder direkt Kontakt aufnehmen. Wer dagegen nach IBCs Stromgeschäft über die Wasserkraftbeteiligung GKC oder die Solarbeteiligung EGSI sucht, findet auf derselben Partnerseite ein eigenständiges Angebot, das mit der Wärmeversorgung dieses Eintrags nichts zu tun hat.