St.Galler Stadtwerke
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Der Name im Feld dieses Verzeichnisses, "Solarstrom", wird auf "St.Galler Stadtwerke" korrigiert: Die im Verzeichnis hinterlegte Startseite war die Solarstrom-Unterseite unter der Sparte Strom, ein reines Photovoltaik-Produkt ohne jeden Wärmebezug, weshalb dieser Eintrag stattdessen auf die eigene Fernwärmesparte gestützt wird. Das Impressum nennt unter "Verantwortung" die "St.Galler Stadtwerke, St.Leonhard-Strasse 15, 9001 St.Gallen", während derselbe Impressum-Block unter "Kontakt" eine zweite Adresse führt, "St.Galler Stadtwerke, Vadianstrasse 8, 9001 St.Gallen"; beide werden hier nebeneinander berichtet statt zu einer verschmolzen. Eine UID oder ein Handelsregistereintrag steht auf der besuchten Impressumsseite nicht.
Was es ist
St.Galler Stadtwerke ("sgsw") führt unter einem Dach Strom, Wasser, Heizen, Glasfaser und E-Mobilität; für dieses Verzeichnis zählt nur die Heizsparte, konkret die Fernwärme. Die eigene Beschreibung lautet: "Mit einem Anschluss an die Fernwärmeversorgung können Sie sich zurücklehnen. Die ökologische Wärme für Ihre Heizung und Warmwasseraufbereitung kommt automatisch zu Ihnen nach Hause." Die Kundschaft bezieht damit laufend gelieferte Wärme, keine eigene Heizanlage. Ein separates Angebot unter "Heizen / Geschäftskunden" richtet sich dagegen ausdrücklich an Gaskundschaft ("Fragen zum Thema Gas?", eigene AGB "für Energiekundschaft mit Netzzugang") und wird hier bewusst nicht als Beleg für das Fernwärmegeschäft verwendet, weil es einen anderen Energieträger betrifft.
Woher die Wärme kommt
Die Firma beschreibt die Quellen so: "Unter Fernwärme versteht man die zentrale Versorgung von Gebäuden mit Heizwärme und Warmwasser. In der Stadt St.Gallen stammt sie aus der Abfallwärme des Kehrichtheizkraftwerks, aus Blockheizkraftwerken, die Wärme und Strom produzieren, aus der Wärmeproduktion von Holzfeuerungen sowie aus gasbetriebenen Heizkesseln, die auch auf Ölbetrieb umgestellt werden können." Den Weg des Wassers erklärt die Seite in sechs benannten Schritten: Im Kehrichtheizkraftwerk (KHK) im Sittertobel wird der in Stadt und Region anfallende Kehricht verbrannt; durch die Verbrennung entsteht Dampf, mit dem Wasser auf 80 bis 130 Grad Celsius aufgeheizt und zugleich Strom produziert wird; über ein isoliertes Leitungsnetz gelangt das heisse Wasser zu den angeschlossenen Haushalten und Betrieben; dort überträgt ein Wärmetauscher die Energie an Heizung und Warmwasser im Gebäude; das auf rund 55 Grad Celsius abgekühlte Wasser fliesst zu einer Fernwärmezentrale zurück, wo es erneut aufgeheizt wird, sodass sich der Kreislauf schliesst; Fernwärmezentralen selbst dienen laut Website "zur Verteilung der Wärme und zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit". Wer eine Anschlussmöglichkeit prüfen will, kann das laut eigener Aussage über eine "Wärmelösung finden"-Adresseingabe klären.
Als Vorteile der Fernwärme nennt die Firma selbst drei Punkte. "Umweltverträglich: Fernwärme setzt auf die Nutzung von Abwärme und erneuerbaren Energien, was zu einer Reduzierung von CO2-Emissionen beiträgt." "Bequem: Fernwärme bietet Bequemlichkeit, da die Wärme direkt in die Gebäude geliefert wird und die Notwendigkeit einer individuellen Heizungsanlage entfällt." Das ist die für diese Kategorie entscheidende Formulierung: keine eigene Heizanlage, sondern eine gelieferte Wärme. "Versorgungssicher: Fernwärme erhöht die Versorgungssicherheit, weil sie verschiedene Energiequellen (Abfall, Holz, Gas, Öl) nutzt und sich leicht an zukünftige Technologien anpassen lässt." Den Fortschritt beim Ausbau ordnet sgsw selbst dem "städtischen Energiekonzept 2050" zu und verweist für den aktuellen Stand auf einen eigenen "Energiemonitor", ohne auf der besuchten Seite selbst eine Anschlusszahl oder einen Ausbaugrad zu nennen.
Vier Wärmeprodukte mit offenem Preis
Ungewöhnlich transparent für diese Kategorie stellt sgsw vier Fernwärmeprodukte nebeneinander, jedes mit eigener Zusammensetzung, Umweltbelastung und Preis pro Megawattstunde. "St.Galler Wärme Basis" setzt sich zu 70 Prozent aus dem Kehrichtheizkraftwerk St.Gallen, zu 25 Prozent aus fossil betriebenen Heizkesseln und zu 5 Prozent aus erneuerbaren Blockheizkraftwerken zusammen, kostet 102.04 CHF pro MWh und weist 110 von maximal 115 möglichen Umweltbelastungspunkten aus. "St.Galler Wärme Öko" mischt 70 Prozent Kehrichtheizkraftwerk, 20 Prozent erneuerbare Heizkessel aus Europa, 5 Prozent erneuerbare Blockheizkraftwerke und 5 Prozent erneuerbare Heizkessel aus der Schweiz, kostet 123.29 CHF pro MWh, bei 65 Umweltbelastungspunkten. "St.Galler Wärme Öko Plus" besteht zu 70 Prozent aus dem Kehrichtheizkraftwerk, zu 25 Prozent aus erneuerbaren Schweizer Heizkesseln und zu 5 Prozent aus erneuerbaren Blockheizkraftwerken, kostet 149.86 CHF pro MWh, bei 60 Umweltbelastungspunkten, dem tiefsten Wert der vier Produkte. "St.Galler Wärme Grau" schliesslich mischt 70 Prozent Kehrichtheizkraftwerk, 25 Prozent fossile Heizkessel und 5 Prozent fossile Blockheizkraftwerke, kostet 91.40 CHF pro MWh, bei 115 von 115 möglichen Punkten, dem höchsten Wert. Die Zusammensetzungsangaben der vier Produkte summieren sich jeweils rechnerisch auf 100 Prozent; die Preise verlaufen dabei nicht linear zur Umweltbelastung, das teuerste Produkt (Öko Plus) ist ökologisch am besten bewertet, während das billigste (Grau) am schlechtesten abschneidet.
Zur eigenen Einordnung schreibt die Firma: "St.Galler Wärme Basis weist als Standardprodukt hinsichtlich der Gesamtbelastung für die Umwelt vorzügliche Kennzahlen aus. Ein Anteil von 70 Prozent stammt aus dem Verbrennen von Kehricht und ist damit zur Hälfte erneuerbar. Lediglich ein Viertel der Ergänzungsenergie stammt aus fossilen Quellen." Die Umweltbelastungspunkte (UBP) selbst erklärt sgsw als Schweizer Standardmethode, die "regelmässig vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) an den aktuellen wissenschaftlichen Stand angepasst" wird, ein anerkanntes Mess-Werkzeug, keine eigene Erfindung der Firma.
Anschluss und Kontakt
Für Liegenschaften im Fernwärmegebiet, die noch keinen Anschluss haben, nennt die Website als zuständige Stelle die "Gebäudedienstleistungen", Telefon 071 224 44 40, E-Mail gebaeude-dl@sgsw.ch, mit Marcel Hohl als benanntem Ansprechpartner im Kontaktformular. Der allgemeine Kundendienst der St.Galler Stadtwerke ist unter 0848 747 900 erreichbar, Montag bis Donnerstag von 08.30 bis 11.30 Uhr und von 13.30 bis 17.00 Uhr, freitags von 08.30 bis 11.30 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr; eine zweite Nummer, 0848 747 950, ist im Impressum ebenfalls unter "Kontakt" aufgeführt, ohne dass die Seite sagt, wofür sie zusätzlich dient.
Für wen es passt
Für Liegenschaften im Fernwärmeversorgungsgebiet der Stadt St.Gallen, bestehend oder mit geplantem Ausbau, ist sgsw ein Anbieter, der die Wärmeerzeugung im Kehrichtheizkraftwerk Sittertobel, in Blockheizkraftwerken und in Heizkesseln bündelt, über ein eigenes Leitungsnetz verteilt und der Kundschaft wahlweise als eines von vier klar bepreisten Produkten verkauft, von 91.40 bis 149.86 CHF pro MWh. Wer eine ökologisch möglichst günstige Bilanz sucht, findet sie im teureren "Öko Plus"-Produkt; wer den tiefsten Preis sucht, landet beim ökologisch am schlechtesten bewerteten "Grau"-Produkt. Wer stattdessen eine Gasheizung für einen Betrieb sucht, wird auf der separaten Geschäftskunden-Seite fündig, die hier ausdrücklich nicht mitgezählt wird, weil sie einen anderen Energieträger betrifft. Wer nur eine eigene Solaranlage sucht, findet unter "Strom / Solarstrom" ein eigenständiges, mit Fernwärme nicht verbundenes Angebot, das für diesen Eintrag ebenfalls keine Rolle spielt.