Technische Betriebe Wil (DeineEnergie)
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Das Impressum nennt als Betreiberin "Technische Betriebe Wil", Speerstrasse 10, 9500 Wil. "DeineEnergie" ist die Kundenmarke, unter der die Website auftritt, bestätigt durch die Mailadresse eines der genannten Berater, fabian.weibel@tb-wil.ch, mit der Domain der Technischen Betriebe Wil (tb-wil.ch). Das Allocator-Feld war bei diesem Eintrag nicht ausgefüllt und wird hier erstmals aus dem Impressum ergänzt.
Was es ist
Die Technischen Betriebe Wil (TBW) sind das Stadtwerk von Wil und betreiben unter der Marke DeineEnergie unter anderem den Fernwärmeverbund Wil. Die Website beschreibt Fernwärme so: "Der Fernwärmeverbund funktioniert wie eine riesige Zentralheizung; anstatt in jedem Haus einzeln mit einem Heizkessel Wärme zu generieren, wird die Abwärme der Kehrichtverbrennungsanlage von Bazenheid nach Wil geleitet und durch isolierte Rohre in den Strassen zu den Häusern verteilt." Wer anschliesst, kauft also keine eigene Heizanlage, sondern bezieht fertige Wärme über ein Netz, das TBW baut, betreibt und abrechnet.
Woher die Wärme kommt
Die Wärmequelle ist der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB): In 2 Ofenlinien verwertet er den Kehricht von 33 Gemeinden aus den Regionen Fürstenland, Wil, Toggenburg und Südthurgau, in einer 3. Linie wird Klärschlamm aus der Ostschweiz verbrannt. Der ZAB erzeugt 365 Tage im Jahr rund um die Uhr Wärme, die als heisses Wasser über eine rund 5 Kilometer lange Transferleitung nach Wil fliesst. Laut FAQ bietet der ZAB derzeit ein Potenzial von 450'000'000 kWh Wärme pro Jahr, wovon der geplante Wärmebedarf Wils von 66'000'000 kWh nach eigener Angabe lediglich 15 Prozent ausmacht. Mit dem geplanten Ersatz einer Dampfturbine soll die erzeugte Wärme künftig noch besser genutzt werden, was dem Verbund zugutekommt, und laut mehreren von TBW zitierten Studien wird die Abfallmenge auf absehbare Zeit nicht kleiner. Sollte es doch einmal keinen Abfall mehr geben, lässt sich die Anlage laut TBW auch mit alternativen Primärenergieträgern befeuern, ohne die Anlagekomponenten zu tauschen.
Die beiden Kehrichtlinien verbrennen laut FAQ ausschliesslich Abfall; die Schlammlinie muss 2 bis 3 Mal jährlich zu Revisionszwecken abgeschaltet werden und braucht zum Wiederanfahren Heizöl, das laut Website höchstens einen halben Prozent der zugeführten Schlammmenge ausmacht.
Wer profitiert und wer nicht
TBW beantwortet in der FAQ selbst die Frage, wer vom Verbund profitiert: die angeschlossenen Kundinnen und Kunden durch zuverlässige, einfache, platzsparende Wärme mit tiefen Investitions- und stabilen, planbaren Betriebskosten; die Wiler Bevölkerung ausserhalb des Perimeters durch die Entlastung des Stromnetzes; die Stadt Wil durch Abgaben von TBW, sofern die Fernwärme Gewinn abwirft; und die Umwelt, weil 66 Gigawattstunden ohnehin vorhandene Abwärme aus der Kehrichtverwertung genutzt werden, statt zusätzlich Wärme zu erzeugen. Als Nachteile nennt TBW selbst die sehr hohe nötige Investitionssumme fürs Netz und die Strassenaufgrabungen beim Verlegen der Leitungen, hält aber dagegen, dass die Leitungen einmal in Betrieb mindestens 50 Jahre genutzt werden können. Wirtschaftlich lohnt sich ein Wärmeverbund laut TBW erst ab einer Liniendichte von 2'000 kWh pro Jahr und Trassemeter, weshalb Strassen mit kleineren Häusern eher alternative, dezentrale Heizsysteme bekommen.
Wo Fernwärme verfügbar ist und wo nicht
Verfügbar ist Fernwärme laut TBW bei Liegenschaften unter 600 Meter über Meer innerhalb des Perimeters des Fernwärmeverbunds Wil, überprüfbar über den eigenen Preisrechner. Ausserhalb des Perimeters verweist die Website auf alternative nachhaltige Heizsysteme wie Wärmepumpe oder Pelletheizung, dazu auf einen "Nahwärmeverbund (NWV)": mehrere Gebäude, verbunden mit isolierten Leitungen und beheizt aus einer gemeinsamen Quelle, üblicherweise eine Pelletheizung, eine Holzschnitzelheizung oder eine grosse Wärmepumpe. Mit Gemeinden entlang der Transferleitung sind laut TBW Verhandlungen im Gang, auch deren Liegenschaften künftig zu versorgen, ohne dass die Website ein Ergebnis nennt.
Was ein Anschluss kostet
Die Tarife legt laut Website der Stadtrat in einem Preisblatt fest, verlinkt als separate Preislisten für die wiederkehrenden Energie- und Netznutzungskosten sowie für die einmaligen Anschlusskosten; einen konkreten Frankenbetrag für die laufende Fernwärme selbst nennt die besuchte Seite nicht. In den Anschlusskosten enthalten sind 20 Meter Anschlussleitung inklusive Grabarbeiten und Absperrorgan; alles darüber hinaus wird zusätzlich verrechnet. TBW listet selbst, was sonst noch anfällt: der Aufwand des Heizungsplaners zur Ermittlung der nötigen Leistung, die Deinstallation und Entsorgung der alten Heizung, Mehrlängen der Hausanschlussleitung ab 20 Metern inklusive Grabarbeiten, Durchbrüche inklusive Abdichtung, Maurer- und Spitzarbeiten, die gebäudeinterne Zuleitung zur Wärmeübergabestation, Wiederherstellungsarbeiten an Belägen und Umgebung, die komplette Wärmeübergabestation inklusive Heizgruppenregler sowie ein Internetanschluss. Der einmalige Anschlussbeitrag selbst finanziert laut TBW die Verlegung der Hausanschlussleitung: Material, Schweissen, Isolieren, Anschliessen der Leckageüberwachung und Inbetriebnahme der Wärmeübergabestation. Ein separater Netzkostenbeitrag ist leistungsabhängig, weil die Leitungen in der Strasse auf den Verbrauch der Kundschaft ausgelegt werden, ausdrücklich als Umsetzung des Verursacherprinzips beschrieben. Wer einmal angeschlossen ist, muss laut FAQ die bestehende Heizung nicht sofort stilllegen, sondern darf sie bis zum Ende ihrer Nutzungsdauer weiterbetreiben, wenn der Hausanschluss zu den günstigen Konditionen erstellt wurde. Im Preisvergleich beschreibt TBW Fernwärme selbst als etwas teurer beim Anschluss, langfristig aber als das günstigste nachhaltige Heizsystem, mit vom Energiemarkt unabhängigen Betriebskosten und wenig Unterhalt.
Förderung und Gasausstieg
Seit dem 1. Januar 2025 zahlt der Kanton St. Gallen kantonale Förderbeiträge für den Ersatz einer Öl-, Erdgas- oder ortsfesten Elektro-Widerstandsheizung durch den Anschluss an ein Wärmenetz mit über 70 kW thermischer Nennleistung, sofern die Anmeldung vor Projektstart erfolgt und die Liegenschaft im Kanton St. Gallen liegt; gefördert wird laut TBW die Installation des neuen Wärmeerzeugers, nicht der Netzanschluss selbst. Bei Anmeldung 2025 oder 2026 beträgt der Beitrag für 71 bis 500 kW CHF 10'400 plus CHF 52 pro kW, ab 2027 werden die Beiträge um 30 Prozent reduziert. Für stillgelegte Gasgeräte gibt es laut TBW eine Entschädigung, ausser sie wurden erst nach Ankündigung der Netzstilllegung installiert. Gemäss Beschluss des Stadtparlaments Wil vom Februar 2024 nehmen die TBW das Gasverteilnetz zwischen 2035 und 2050 schrittweise ausser Betrieb; bis Ende 2035 bleibt die Gasversorgung für alle Kundinnen und Kunden gesichert, danach übernehmen Fernwärme, Nahwärme und weitere erneuerbare Heizsysteme.
Wie ein Anschluss technisch abläuft
Die Wärmeübergabestation ist laut TBW sehr kompakt, vergleichbar mit den Massen eines Gaskessels, und lässt sich direkt in die bestehende Hausinstallation integrieren; Heizkreise können direkt an der Übergabestation gesteuert werden, wobei der Aufwand steigt, wenn gleichzeitig die Warmwasseraufbereitung erneuert wird. Die Vorlauftemperatur beträgt laut FAQ mindestens 70°C und soll nach aktuellem Planungsstand 100°C nicht übersteigen, ganzjährig auf demselben Niveau; die Rücklauftemperatur darf höchstens 50°C betragen. Bei der Installateurwahl unterscheidet TBW zwischen der sekundärseitigen Hausinstallation, die Kundinnen und Kunden frei vergeben können, sofern die technischen Anschlussbedingungen eingehalten werden, und der primärseitigen Installation bis zur Wärmeübergabestation, für die TBW eigene Installateure empfiehlt und den Anschluss selbst in Betrieb nimmt, kontrolliert, plombiert und freigibt; die Hausanschlussleitung erstellen die TBW ohnehin selbst. Bei Störungen ist primärseitig TBW mit einem 24-Stunden-Pikettdienst zuständig, während Fehler in der Hausinstallation der Kundschaft verrechnet werden. Beratung zum Heizungsersatz bieten Fabian Weibel als Verkaufsberater Energielösungen und Christoph Strassmann als Energieberater und GEAK-Experte an.
Für wen es passt
Wer in Wil innerhalb des Fernwärmeperimeters unter 600 Meter über Meer wohnt, bekommt mit dem Anschluss an TBW ein vollständig ausgearbeitetes Contracting-Angebot: Wärmequelle, Netz, Übergabestation und Störungsdienst kommen aus einer Hand, mit einer der detailliertesten öffentlich zugänglichen Kosten- und Förder-FAQs der ganzen Kategorie. Wer ausserhalb des Perimeters liegt, wird von TBW selbst auf Wärmepumpe, Pelletheizung oder einen kleineren Nahwärmeverbund verwiesen, nicht auf einen eigenen Fernwärmeanschluss, und ein konkreter laufender Wärmepreis lässt sich ohne die verlinkten Preislisten nicht direkt aus der besuchten Seite ablesen.