Y-CAD SA

Yverdon-les-Bains

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Der Auftrag nannte "Yverdon-les-Bains Énergies" als Firma. Diese städtische Anstalt öffentlichen Rechts (établissement de droit public) verteilt selbst nur Elektrizität, Gas, Trinkwasser und betreibt die öffentliche Beleuchtung; eine eigene Fernwärmeaktivität nennt ihre eigene "À propos"-Seite an keiner Stelle. Das Fernwärme- und Fernkältegeschäft führt eine eigens dafür gegründete Schwestergesellschaft, Y-CAD SA, die auf derselben Seite mit einer eigenen Kurzbeschreibung vorgestellt wird. Diese Korrektur beruht nicht auf einem separaten Impressum mit Handelsregisternummer (ein solches war über die besuchte Website nicht auffindbar), sondern auf der Selbstbeschreibung der Firmengruppe: Yverdon-les-Bains Énergies erklärt ausdrücklich, "en collaboration étroite avec les sociétés Y-CAD, Y-Solaire et Sagenord" zu arbeiten, was getrennte Gesellschaften neben der Stadtwerkin selbst benennt. Ein eigener Internetauftritt unter y-cad.ch war zum Zeitpunkt der Recherche nicht erreichbar; alle Angaben in diesem Text stammen deshalb von der Seite von Yverdon-les-Bains Énergies, die diese Schwestergesellschaft selbst vorstellt.

Was Y-CAD SA macht

Die Website beschreibt den Gesellschaftszweck von Y-CAD SA wörtlich so: "La société Y-CAD SA a pour but l'étude, la construction et l'exploitation de réseaux de distribution et l'installations de production d'énergie thermique (en particulier, de chauffage ou refroidissement à distance) dans la Ville d'Yverdon-les-Bains et les régions avoisinantes." Auf Deutsch: Planung, Bau und Betrieb von Verteilnetzen sowie von Anlagen zur Erzeugung thermischer Energie, insbesondere Fernwärme oder Fernkälte, in der Stadt Yverdon-les-Bains und den umliegenden Regionen. Y-CAD SA baut und betreibt die Anlage also selbst und verkauft die daraus gelieferte Wärme oder Kälte, nicht ein Heizgerät, das die Kundschaft in den eigenen Keller stellt.

Woher die Wärme kommt

Zur Energiequelle äussert sich M. Benoist Guillard, Munizipal für Energie der Stadt Yverdon-les-Bains, auf derselben Seite: Die Stadt entwickle "un réseau de chauffage à distance, alimenté presque exclusivement à base de ressources locales, telles que le bois et l'énergie dégagée par la station d'épuration, ou à l'avenir la géothermie". Das Netz wird also fast ausschliesslich aus lokalen Quellen gespeist, konkret Holz und der Abwärme aus der städtischen Abwasserreinigungsanlage (ARA), mit Geothermie als für die Zukunft angekündigter, aber noch nicht realisierter dritter Quelle. Eine genaue Leistungsangabe, ein Preis pro Kilowattstunde oder eine Übersicht der bereits angeschlossenen Gebäude nennt die besuchte Seite nicht.

Der Rahmen: Klimaplan und Gruppenstruktur

Y-CAD SA steht nicht allein: Neben ihr nennt die Website Sagenord, zuständig für Produktion, Einkauf, Verteilung und Austausch von Trink- und Löschwasser für die Region Yverdon-les-Bains und Grandson "sans but lucratif" (ohne Gewinnabsicht), sowie Y-Solaire SA, ein von der Stadt und der VOénergies-Gruppe gemeinsam gegründetes Unternehmen für Finanzierung, Projektierung, Bau und Betrieb von Photovoltaikanlagen. Diese Gesellschaften setzen laut Website gemeinsam mit Yverdon-les-Bains Énergies die Energie- und Klimapolitik der Stadt um. Diese Politik hat einen dokumentierten Ursprung: Die Gemeinde veröffentlichte im Januar 2023 ihren "Plan climat communal de 1ère génération" nach eigener Angabe nach einer rund 15-monatigen, partizipativen Erarbeitung, mit dem Ziel, die direkten Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 2019 um 60 Prozent zu senken. 2023 erhielt Yverdon-les-Bains zudem das europäische Label "Cité de l'énergie Gold", die höchste Auszeichnung in diesem Programm, nachdem die Stadt bereits 2003 dem Cité-de-l'énergie-Prozess beigetreten und 2010 erstmals zertifiziert worden war.

Was daneben läuft und nicht zur Fernwärme gehört

Auf derselben Website finden sich weitere Ziele und Projekte, die zur Klimapolitik der Stadt gehören, aber nicht zum Fernwärmegeschäft von Y-CAD SA: eine Reduktion des Stromverbrauchs pro Kopf um 17 Prozent bis 2030 und 25 Prozent bis 2050 gegenüber dem Jahr 2000, ein Zielwert von 30 Prozent lokal erzeugter erneuerbarer Energie am gesamten Bedarf der Gemeinde bis 2030 und 100 Prozent Erneuerbare bis 2050 (davon 50 Prozent lokale Produktion), sowie der laufende Ausbau intelligenter Stromzähler: eine aktuelle Meldung auf der Website nennt 15'000 installierte Smart Meter, womit die Ausstattungsquote des gesamten Zählerparks 75 Prozent erreicht. Diese Zahlen betreffen Strom und die allgemeine Energiepolitik der Stadt, nicht das Fernwärmenetz selbst, weshalb sie hier nur als Kontext erwähnt sind und nicht als Leistung von Y-CAD SA gezählt werden. Ebenso gehört die von Yverdon-les-Bains Énergies selbst verteilte Erdgasversorgung nicht zur Fernwärme: Gas wird als eigenständiger Energieträger an Kundschaft mit eigener Gasheizung verkauft, nicht als gelieferte Wärme über ein von der Firma betriebenes Netz.

Wie die Gruppe sich selbst versteht

Der Generaldirektor von Yverdon-les-Bains Énergies, Jean-Michel Germanier, beschreibt auf derselben Seite 4 strategische Stossrichtungen, die die tägliche Arbeit der Gruppe seit Jahren prägen: die Mitgestaltung der Energiepolitik und ihre lokale Umsetzung, kundenorientierte und wettbewerbsfähige Lösungen, Innovation und Digitalisierung (unter anderem durch Smart Meter, dynamische Strassenbeleuchtung und ein öffentliches Ladenetz für Elektromobilität) sowie die Zusammenarbeit mit Start-ups und Hochschulen. Diese 4 Achsen betreffen die Gesamtgruppe und damit auch, aber nicht ausschliesslich, das Fernwärmegeschäft von Y-CAD SA; die Website führt sie nicht getrennt nach Gesellschaft auf. Bemerkenswert ist, dass die Fernwärme in dieser Selbstdarstellung nur über das Zitat des Munizipals Guillard und den kurzen Absatz zu den Tochtergesellschaften erscheint, während die eigentliche Startseite der Gruppe ausschliesslich Strom, Gas, Wasser und die öffentliche Beleuchtung als Kerngeschäft nennt. Für eine Leserschaft, die gezielt Fernwärme sucht, ist Y-CAD SA damit eher über die Unternehmensgeschichte der Gruppe als über ein eigenes Produktangebot auf der Website auffindbar.

Für wen es passt

Wer eine Liegenschaft in Yverdon-les-Bains oder einer der umliegenden Gemeinden besitzt und einen Anschluss an ein bereits bestehendes oder geplantes Fernwärme- oder Fernkältenetz sucht, ist bei Y-CAD SA an der richtigen Adresse, auch wenn die besuchte Seite weder das Netzgebiet im Detail noch einen Ansprechpartner speziell für Anschlussanfragen nennt. Wer ausschliesslich an Photovoltaik interessiert ist, findet mit Y-Solaire SA eine eigene, auf Solarstrom spezialisierte Schwestergesellschaft; wer eine reine Wasserversorgung sucht, ist bei Sagenord richtig. Für jede dieser Gesellschaften gilt: Die operative Verantwortung liegt bei ihr selbst, auch wenn Yverdon-les-Bains Énergies als städtische Stammorganisation die gemeinsame Anlaufstelle und den öffentlichen Auftritt bündelt. Wer konkrete Zahlen zu Preisen, Anschlussgebühren oder dem aktuellen Ausbaustand des Wärmenetzes braucht, muss laut den besuchten Seiten direkt Kontakt aufnehmen, da die Website dazu keine Tarife veröffentlicht. Wer stattdessen zuerst prüfen will, ob die eigene Adresse überhaupt im Einzugsgebiet von Y-CAD SA liegt, findet dazu keine Karte oder Liste auf den besuchten Seiten; auch das lässt sich nach aktuellem Stand nur über eine direkte Anfrage klären, entweder bei Y-CAD SA selbst, sofern deren eigener Auftritt wieder erreichbar ist, oder über die gemeinsame Kontaktstelle von Yverdon-les-Bains Énergies.

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