AGTAN SA
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Der Name aus der Zuteilung, AGTAN SA, stimmt mit dem Impressum überein: Die Seite „Mentions légales" nennt „Nom d'entreprise: AGTAN SA, Adresse: Rue du Battoir 27, 1523 Granges-près-Marnand", identisch mit der im Kontaktblock jeder Seite wiederkehrenden Adresse. Eine Korrektur ist hier also nicht nötig, anders als bei anderen Einträgen dieser Charge. Die Firma nennt daneben eine zweite Niederlassung an der Route de Vermala 16 in 3963 Crans-Montana, von der aus sie laut eigener Aussage die Kantone Waadt, Freiburg, Neuenburg, Genf, Jura und Wallis rasch erreicht.
Was es ist
AGTAN SA ist ein Bohrunternehmen mit Sitz in Granges-près-Marnand, das sich selbst als „entreprise familiale et dynamique" beschreibt und laut eigener Startseite Bohrarbeiten für Erdwärmesonden, Wassersuche und Verpressarbeiten in der Westschweiz ausführt. Die Website nennt kein Gründungsjahr; die Rolle des Directeur nimmt laut mehreren Blog-Beiträgen der Website, die jeweils mit seinem Namen gezeichnet sind, Gaetan Aeby ein.
Erdwärmesonden bis 300 Meter
Die Seite „Forages géothermique" trägt im Titel selbst die Tiefenangabe „Forages pour sondes géothermiques max. 300m". Der Fliesstext beschreibt vertikale Erdwärmesonden (sondes géothermiques verticales, SGV) als Anlagen aus einem Rohrpaar, das in ein Bohrloch eingebracht wird, um Erdwärme für Heizung und Kühlung zu nutzen, und nennt dazu ein eigenes Verhältnis: Für die gewünschte Raumtemperatur brauche es in der Regel 75 Prozent Erdwärme und 25 Prozent Strom für den Betrieb der Wärmepumpe; man schätze, dass sich dadurch bis zu 80 Prozent der CO2-Emissionen einsparen liessen. Diese Prozentzahlen sind Angaben der Website selbst, keine unabhängig geprüften Werte, und die Seite nennt sie ausdrücklich als Schätzung ("on estime").
Für die technische Auslegung solcher Sondenfelder betreibt AGTAN eine eigene Ingenieurdienstleistung: Die Seite „Étude de dimensionnement des sondes" verweist auf die Norm SIA 384/6, die laut Website eine Lebensdauer der Anlage von mindestens 50 Jahren sichern soll, und beschreibt eine hauseigene Langzeitsimulation über 50 Jahre auf Basis von Wärmebedarf und lokaler Geologie, ergänzt durch Bodenreaktionstests (Thermal Response Tests) zur Messung von Wärmeleitfähigkeit und spezifischer Wärmekapazität des Untergrunds. AGTAN übernimmt laut eigener Aussage auch das Fernmonitoring der fertigen Anlage.
Wassersuche mit dem eigenen Sourcier
Eine der ungewöhnlicheren Facetten der Firma ist die Seite „Forage et recherche d'eau": Sie stellt Directeur Gaetan Aeby als diplomierten Sourcier (Wünschelrutengänger) vor, ausgebildet an der „ESGS (École Suisse de Géobiologie et de Sourcellerie Sàrl)". Laut Website begann sein Bezug zur Wassersuche im eigentlichen Kerngeschäft, dem geothermischen Bohren: Ziel sei es dort primär gewesen, beim Bohren möglichst kein Wasser anzutreffen, um die Schlammproduktion und damit die Umweltbelastung zu reduzieren, und aus dieser wiederholten Praxis habe er seine Trefferquote bei Lage, Tiefe und Schüttung von Wasseradern verfeinert. Aus dieser Erfahrung heraus bietet AGTAN heute eigenständige Sourcier-Dienstleistungen an: Wassersuche für gebohrte Brunnen, Erkennung von Drainagen, Lokalisierung von Wasserlecks sowie detaillierte Berichte für Versicherungen. Die Website beschreibt Sourcellerie selbst als eine jahrtausendealte Praxis, die auf Sensibilität und Hilfsmitteln wie Ruten oder Pendeln beruhe, verbunden mit geologischem Wissen und einer rigorosen Methodik; das ist eine Selbstbeschreibung der Firma und keine von dieser Redaktion geprüfte Wirksamkeitsaussage.
Ausgeweitertes Angebot: Kernbohrungen auf belasteten Standorten
Eine neuere Seite der Website, „Carottage sur site pollué", kündigt eine Erweiterung des Angebots an: Kernbohrungen zur Untersuchung belasteter Böden im Rahmen der eidgenössischen Altlastenpolitik. Laut Website dienen die entnommenen Proben dazu, Schadstoffe und ihre Konzentration zu identifizieren, verschmutzte Zonen in Tiefe und Fläche abzugrenzen, Risiken für Umwelt und Gesundheit zu beurteilen und gezielte Sanierungsstrategien zu erarbeiten, im Rahmen der laut Website strengen gesetzlichen Untersuchungs-, Überwachungs- und Sanierungspflichten für Eigentümer potenziell belasteter Standorte.
Qualitätszertifikat und Lieferant
Ein Blog-Beitrag vom 3. Januar 2025 dokumentiert die erfolgreiche Erneuerung des „Certificat de qualité pour sondes géothermiques": Laut Website hat die Kommission des Groupement professionnel Suisse pour les pompes à chaleur (GSP) das eingereichte Dossier von AGTAN SA geprüft und zusätzlich den Firmensitz sowie Bohrstellen besucht, bevor sie das Zertifikat erneut auszustellen entschied. Dieses Zertifikat setzt eine Inspektion voraus, es ist aber, wie die Mitgliedschaft im GSP selbst, ein branchenweites Programm, das jeder qualifizierten Bohrfirma offensteht, und keine für AGTAN exklusive Auszeichnung. Für ihre Sonden nennt die Website als Lieferant HakaGerodur; das ist ein Sondenhersteller und nicht Teil von AGTAN selbst, weshalb Produkteigenschaften der Sonden hier nicht AGTAN zugeschrieben werden.
Referenzprojekte mit Zahlen, die aufgehen
Die Seite „Nos réalisations" listet eine Reihe benannter Mandate mit Bauherr, Ort, Datum und Bohrmetern, deren Summen sich bei Nachrechnung decken. Für Romande Energie Services SA bohrte AGTAN zwischen dem 19. April und dem 10. Juni 2022 in Cossonay-Ville (VD) das Projekt „Chien-Boeuf Sud": 4 Bohrungen à 240 Meter plus 31 Bohrungen à 230 Meter, macht in Summe 8'090 Bohrmeter, wie auf der Seite selbst als Total ausgewiesen, mit Doppel-U-40-PN16-Sonden. Für denselben Auftraggeber folgte zwischen März und September 2022 in Crissier (VD) das Projekt „Arbora": 15 Bohrungen à 250 Meter und 5 Bohrungen à 220 Meter, macht 4'850 Bohrmeter, ebenfalls exakt wie ausgewiesen. Für Bouygues E&S bohrte AGTAN im Dezember 2019 in Lancy (Genf) für das Fernwärmeprojekt „CAD-LP Adrets Pont-Rouge" 47 Bohrungen à 300 Meter, macht 14'100 Bohrmeter, das grösste der aufgeführten Mandate. Für Erne AG Holzbau entstanden zwischen dem 21. März und dem 21. April 2022 in Lausanne für die „École professionnelle de Venne" 15 Bohrungen à 295 Meter, macht 4'425 Bohrmeter. Diese 4 Beispiele stammen aus insgesamt 8 auf der Seite gelisteten Mandaten; in allen 8 stimmt die von AGTAN selbst genannte Gesamtsumme exakt mit dem Produkt aus Bohrzahl und Einzeltiefe überein.
Was die Website nicht sagt
Ein Gründungsjahr für AGTAN SA nennt die Website an keiner geprüften Stelle, ebenso wenig eine Mitarbeiterzahl, einen Umsatz oder einen Preis für eine einzelne Bohrung. Die Mitgliedschaft „Membre du Groupement professionnel Suisse pour les pompes à chaleur GSP", die auf der Startseite neben dem Zertifikat genannt wird, ist wie das Zertifikat selbst eine Branchenzugehörigkeit, die jedem Mitgliedsbetrieb offensteht, keine individuelle Auszeichnung von AGTAN.
Fazit
AGTAN SA verbindet ein klassisches Bohrgeschäft für Erdwärmesonden bis 300 Meter Tiefe mit einer eigenen Auslegungsdienstleistung nach SIA 384/6 und 8 konkret benannten, nachrechenbaren Referenzprojekten für institutionelle Bauherren wie Romande Energie Services SA oder Bouygues E&S. Die Wassersuche per Wünschelrute, direkt aus der Bohrpraxis der Firma entstanden, ist eine für diese Branche ungewöhnliche Zusatzleistung, die AGTAN offen als solche beschreibt statt sie zu verstecken. Wer konkrete Kennzahlen zu Kosten oder zur Firmengeschichte sucht, findet sie auf der Website nicht; wer eine Vorstellung von der Grössenordnung der bisherigen Bohrprojekte sucht, findet sie in den 8 dokumentierten Referenzen mit stimmigen Summen.