GEOTHERM AG
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Der zugeteilte Name „GEOTHERM AG" stimmt mit der durchgehenden Selbstbezeichnung der Seite überein, auch im Footer beider Standorte. Eine Korrektur ist nicht nötig, mit einer Erklärung: Das Impressum der Seite nennt nicht GEOTHERM AG, sondern „KIBAG Holding AG, Bächaustrasse 73, 8806 Bäch" mit der Mehrwertsteuernummer CHE-102.634.133, erklärt dabei aber ausdrücklich, dass diese Angaben für mehrere von der KIBAG Holding AG betriebene Webseiten gelten, „namentlich für geotherm.ch, kibagmarina.ch, kibag-entsorgungstechnik.ch, golfpark.ch und partyschiffzuerichsee.ch". Anders als bei anderen in dieser Kategorie geprüften Firmen ist das damit kein stiller Widerspruch, sondern eine offen erklärte Sammel-Impressum-Regelung des Mutterkonzerns; eine eigene UID für GEOTHERM AG selbst wird auf der Seite nirgends genannt.
Was es ist
GEOTHERM AG ist laut eigener Aussage „seit mehr als 30 Jahren" beziehungsweise „seit rund 30 Jahren" in der Erdwärmebranche tätig und bezeichnet sich als eine der führenden Schweizer Anbieterinnen von Erdwärmesondensystemen. Ein genaues Gründungsjahr nennt die Seite nicht, nur die relative Zeitspanne von rund 30 Jahren, die hier entsprechend nicht in ein Gründungsjahr umgerechnet wird. Die Firma gehört zur KIBAG, die nach eigener Angabe „rund 2200 Mitarbeitende in der ganzen Schweiz" beschäftigt, vorwiegend in den Bereichen Baustoffe, Bauleistungen sowie Umwelt und Entsorgung. Im Kompetenzen-Text wird die Zugehörigkeit konkret zur „KIBAG Bauleistungen AG" benannt, im Impressum dagegen zur „KIBAG Holding AG"; beide Formen werden hier aus der Quelle wiedergegeben, ohne sie zu vereinheitlichen.
Standorte sind angegeben, beide von der Firma selbst mit Kantonskürzel versehen: Düdingen (FR) an der Birchstrasse 20, CH-3186 Düdingen, Telefon +41 (0)58 387 25 88, E-Mail info.duedingen@kibag.ch; und Bäch (SZ) am oberen Zürichsee an der Bächaustrasse 73, CH-8806 Bäch, Telefon +41 (0)58 387 25 80, E-Mail info.baech@kibag.ch. Eine News-Meldung kündigt zudem eine neue, fertiggestellte Lagerhalle am Standort Düdingen an, ohne weitere Grössenangaben. Weitere News-Meldungen berichten vom Ende der Übergangsfrist zur SIA-Norm 384/6:2021 für die Erdwärmesonden-Prüfung sowie von der Teilnahme am Europäischen Geothermiekongress, der vom 6. bis 10. Oktober 2025 in Zürich stattfand.
16 eigene Bohrgeräte bis 400 Meter
Auf der Kompetenzen-Seite beschreibt sich GEOTHERM so: „Mit 16 modernen Raupen-Bohrgeräten gehören wir zu den leistungsfähigsten Bohrunternehmen der Schweiz und erreichen Bohrtiefen bis 400 Meter." Als Kernkompetenzen listet die Seite Erdwärmesonden, Sondenanbindungen, Verteiler und Schächte, Kernbohrungen, Grabarbeiten, elektronische Druck- und Durchflussprüfungen nach SIA 384/6, Sonden- und Sondenfelddimensionierungen, Brunnenbau sowie Grundwassernutzung. Die Firma beschreibt zudem eine Zusammenarbeit mit „Stabstellen und Expertinnen und Experten der KIBAG und den verschiedenen technischen Büros", wo dies sinnvoll sei, um eingespielte innerbetriebliche Abläufe ohne zusätzliche Schnittstellen zu nutzen.
Zertifiziert ist die Firma nach eigener Aussage in den Bereichen ISO 9001 für Qualität, ISO 14001 für Umweltmanagement und ISO 45001 für Arbeitssicherheit, jeweils als Zertifikat zum Download verfügbar. Ausserdem habe die GEOTHERM „als erste Erdwärmesondenbohrfirma der Schweiz das «Gütesiegel für Erdwärmesonden» von der FWS (Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz) erhalten". Diese Reihenfolge, als erste Firma überhaupt, ist eine konkrete Eigenaussage und wird hier so wiedergegeben; das FWS-Gütesiegel selbst bleibt trotzdem ein branchenweites Programm, dem sich seither weitere Firmen anschliessen konnten.
Eine Bohrung, die über die Dächer Berns fliegen musste
Die aufschlussreichste Fallstudie auf der Seite ist ein Blogbeitrag vom 14. Januar 2025 über eine Bohrung an der Rainmattstrasse im Berner Botschaftsquartier, wo drei historische Reihenhäuser von Elektro- und Gasheizungen auf Erdwärmesonden umgestellt wurden. Weil die Liegenschaften in einer wasserschutzrechtlichen „roten Zone" liegen, war ein Gutachten eines externen Geologiebüros nötig, um die Behörden von der Sicherheit des Projekts zu überzeugen; abgestimmt wurde unter anderem mit der US-Botschaft und dem SRK als Anrainern.
Für die Installation musste ein mobiler Kran mit einem Eigengewicht von 80 Tonnen und zusätzlichen 80 Tonnen Ballast eingesetzt werden, der laut Bericht innerhalb von 90 Minuten auf der vollständig gesperrten Quartierstrasse aufgebaut war und Bohrgerät sowie Material, darunter einen Kleinbagger, über die historische Häuserzeile hob. Für das erste Gebäude waren drei Sonden von je 170 Metern Tiefe geplant; die Machbarkeitsstudie ging basierend auf dem kantonalen Geoportal von einer Felsoberkante bei rund 100 Metern aus, tatsächlich wasserführende Moränenablagerungen aus der letzten Eiszeit erschwerten das Bohren erheblich, und der Sandstein wurde erst bei 164 Metern erreicht.
Für das zweite Gebäude entschied sich das Team gegen zwei Bohrungen von je 170 Metern und für eine einzelne Bohrung mit 300 Metern Tiefe, ausgeführt als Spülrotationsbohrung mit Druckluft statt der sonst üblichen Ton-Spülbohrung, weil der Bohrschlamm durch eine bewohnte Erdgeschosswohnung transportiert werden musste. Nach Abschluss dieser Bohrung hob ein Autokran das rund 16 Tonnen schwere Bohrgerät zurück über die Dächer, wofür angrenzende Eichen durch einen zertifizierten Förster zurückgeschnitten wurden. Die Felsoberkante wurde bei der zweiten, rund 25 Meter südwestlich gelegenen Bohrung bereits bei 148 Metern erreicht, 16 Meter früher als bei der ersten. Nach vier Wochen war die gesamte Anlage fertiggestellt.
Was es kostet
Auf keiner der geprüften Seiten veröffentlicht GEOTHERM AG einen Preis, eine Preisspanne pro Bohrmeter oder eine Pauschale für eine Sondenanlage. Interessenten werden auf eine persönliche Beratung an einem der beiden Standorte verwiesen. Diese Lücke wird hier festgehalten statt mit einer geschätzten Zahl gefüllt.
Wie es sich einordnet
GEOTHERM AG passt in diese Kategorie, weil das Kerngeschäft aus dem Besitz und Betrieb eigener Bohrgeräte, der Erdsondenbohrung selbst und der zugehörigen Verteiler- und Anbindungsarbeit besteht; im Fallbeispiel Rainmattstrasse waren es die Eigentümerschaften der Reihenhäuser, die über die neue Heizlösung entschieden, nicht GEOTHERM als Heizungsverkäuferin. Die Kombination aus 16 eigenen Bohrgeräten, mehreren ISO-Zertifizierungen und der Position als erste FWS-gütesiegelte Firma der Schweiz macht daraus eine der technisch am besten dokumentierten Firmen in dieser Kategorie. Die Einbettung in die KIBAG-Gruppe erklärt zugleich, warum das Impressum eine andere Gesellschaft nennt als die Marke selbst, ohne dass dies als Unstimmigkeit gegenüber der Firma zu werten wäre, da die Seite diese Konstruktion selbst offenlegt.
Für wen es sich eignet
Wer ein technisch anspruchsvolles Bohrprojekt plant, etwa in dicht bebautem städtischem Gebiet, in einer Gewässerschutzzone oder mit ungewisser Felstiefe, findet in GEOTHERM AG eine Firma mit dokumentierter Erfahrung genau in solchen Fällen und mit einer Flotte, die bis 400 Meter tief bohrt. Wer eine kleine, inhabergeführte Firma ohne Konzernanbindung sucht oder vorab eine Preisorientierung ohne Beratungstermin braucht, findet beides hier nicht: Preise stehen nirgends auf der Seite, und die Firma tritt sichtbar als Teil eines grossen Baukonzerns auf.