Weishaupt AG
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Laut eigenem Impressum firmiert die Firma hinter weishaupt-ag.ch als "Weishaupt AG", mit dem Zusatz "Brenner und Heizsysteme", an der Chrummacherstrasse 8, 8954 Geroldswil. Geschäftsführer ist laut derselben Seite Thomas Rusch. Name und Ort decken sich exakt mit den Angaben, unter denen dieser Eintrag geführt wird, hier war keine Korrektur nötig. Das Impressum nennt zugleich den Konzernbezug: Weishaupt AG ist "eine Tochtergesellschaft der Max Weishaupt SE", mit Sitz an der Max-Weishaupt-Straße 14, 88477 Schwendi in Deutschland. Eine Handelsregisternummer oder UID für die Schweizer Gesellschaft selbst nennt das Impressum nicht, weshalb sich von den geprüften Seiten aus auch kein eigenes Gründungsjahr für Weishaupt AG belegen lässt. Was die Website an Gründungsgeschichte erzählt, betrifft durchweg den deutschen Mutterkonzern.
Diese Geschichte, auf einer eigenen Zeitstrahl-Seite dokumentiert, beginnt 1932: mitten in der Weltwirtschaftskrise gründet Max Weishaupt, geboren am 31. Oktober 1908 in Schwendi, sein Unternehmen unter dem Namen "Max Weishaupt, Maschinenfabrik, Schwendi". Die Schweiz taucht in dieser Geschichte auffallend früh auf, aber nicht als Standort der eigenen Firma, sondern als Herkunft einer entscheidenden Erfindung: 1951 begegnet Max Weishaupt dem Schweizer Jakob Meier, dem die Bundesrepublik Deutschland unter der Patentnummer 920976 das Patent für einen Ölbrenner namens "Monarch" erteilt hatte. Der 1952 unterzeichnete Lizenzvertrag erlaubt Weishaupt fortan den Verkauf dieses Brenners in aller Welt, mit einer einzigen ausdrücklichen Ausnahme: der Schweiz. Montiert wird der erste Brenner unter Anleitung von Raymond Bärtschi, einem Schweizer Brennerfachmann. Erst 1999 findet sich auf dem Zeitstrahl wieder ein direkter Bezug zur heutigen Schweizer Gesellschaft: In diesem Jahr erhält die "Schweizer Tochtergesellschaft" eine neue Zentrale in Geroldswil, entworfen vom Zürcher Architekten Theo Hotz, mit einem gläsernen Lärm- und Sonnenschutzschild über der Autobahn A1 als Wahrzeichen. Dass die Seite von der "neuen" Zentrale spricht, zeigt, dass die Schweizer Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt schon existierte, ohne dass irgendwo ein Gründungsjahr dafür genannt würde. Am Rande erwähnt der Zeitstrahl zudem, dass 1976 in Reinach eine Vertretung namens "HSB" zum Netz hinzukam; ob das dieselbe Firma HSB ist, die heute laut Weishaupts eigener Standortdatenbank in Belp sitzt, sagt die Website nicht, weshalb hier nur beide Fakten nebeneinander festgehalten werden, statt sie zu verknüpfen.
Die "Weishaupt Gruppe" beziffert sich selbst mit Zahlen, die auf der Unternehmensseite zunächst nur als Nullen erscheinen, weil es sich um Lade-Animationen handelt: Im Quellcode dahinter stehen 5000 qm Forschungs- und Entwicklungszentrum in Schwendi, über 4400 Beschäftigte weltweit, ein Umsatz von 926 Mio. Euro im Jahr 2024, 30 Niederlassungen in Deutschland, 23 Tochtergesellschaften weltweit und 38 Länder mit Weishaupt-Repräsentanzen oder Vertretungen. Diese Zahlen gelten für die gesamte Weishaupt Gruppe, nicht für die Schweizer Gesellschaft allein, und werden hier entsprechend nur als Hintergrund zum Mutterkonzern eingeordnet. Zur selben Firmenfamilie gehören laut Firmenseite zudem BauGrund Süd (oberflächennahe Geothermie) und Neuberger (Gebäudeautomation), beides eigenständige Unternehmen mit eigenen Internetseiten, nicht Weishaupt AG selbst. Bemerkenswert ist dagegen ein Satz, der die Schweiz konkret betrifft: Weishaupts Heizsysteme für Gas und Öl, Brenner, Wärmepumpen und Solarkollektoren würden "in Deutschland und in der Schweiz" gefertigt, ohne dass die Seite präzisiert, welche Produkte davon in der Schweiz selbst hergestellt werden.
Wie bei anderen Herstellern in diesem Verzeichnis läuft der Weg zu einer Weishaupt-Anlage über Dritte, nicht über einen Direktkauf. Auf der Kontaktseite rät Weishaupt AG ausdrücklich: "In dringenden Fällen nutzen Sie bitte nicht das Kontaktformular, sondern wenden Sie sich bitte direkt an Ihren Heizungsfachbetrieb oder an die nächstgelegene Weishaupt Niederlassung", ergänzt um die Zentrale in Geroldswil unter der auch im Impressum genannten Nummer 044 749 29 29. Für allgemeinere Anfragen verweist die Seite auf "einen der kompetenten Heizungsbau-Fachbetriebe für Weishaupt Produkte" und führt dafür einen eigenen Fachbetriebsfinder sowie, getrennt davon, einen Niederlassungsfinder. Die dahinterliegende Standortdatenbank der Website listet für die Schweiz neben Weishaupt AG in Geroldswil selbst nur einen zweiten Kontaktpunkt: die Firma HSB in Belp, mit eigener Adresse, eigener Telefonnummer und eigener Website hsb.ch, erkennbar eine eigenständige Vertretung und keine Weishaupt-eigene Filiale.
Das aktuell beworbene Produkt ist die Evoblock®-Reihe (WEB), eine Luft/Wasser-Wärmepumpe in Monoblock-Bauweise: Alle wesentlichen Bauteile stehen in einem einzigen Gehäuse im Freien, im Haus selbst kommen nur noch Steuerung, Hydraulik und Trinkwasserkomponenten unter. Weishaupt gibt für die Evoblock eine Leistungsspanne von 10 bis 20 kW an und beschreibt sie als in der Lage, aus einem Kilowatt Strom bis zum 5-Fachen an Heizenergie zu erzeugen. Die kleinste Ausführung, WEB 07/10, wird mit 43 dB(A) beziffert, was die Seite als geeignet für dicht bebaute Wohngebiete anpreist. Als Kältemittel kommt R290 (Propan) zum Einsatz, mit einem laut Hersteller sehr niedrigen Treibhauspotenzial (GWP) von 0,02, das ausserhalb der stufenweisen Vorgaben der EU-F-Gase-Verordnung liegt. Dank Invertertechnologie soll die Evoblock auch bei tiefen Aussentemperaturen effizient arbeiten, und eine mögliche Vorlauftemperatur von bis zu 75 °C erlaubt laut Weishaupt den Betrieb mit gewöhnlichen Heizkörpern statt nur mit Fussbodenheizung, was sie auch für Altbauten interessant macht. Ergänzt wird das Gerät durch den Weishaupt Modularspeicher (WMS), der Pufferspeicher und Trinkwassererwärmung in einem Gehäuse zusammenführt, eine HEMS-Anbindung über modBus/TCP zur Einbindung von PV-Strom sowie ein Farbdisplay mit App- und Webbrowser-Steuerung über das Weishaupt Energie-Management-Portal. Als aktuellen Anreiz nennt die Seite: Wer eine Evoblock bis zum 31.12.2026 kauft, nutzt dieses Portal 5 Jahre kostenfrei. Neben der Evoblock führt die Produktseite weitere Baureihen mit eigenen Namen: Aeroblock (WAB), Biblock (WBB) und Splitblock (WSB), ebenfalls mit Luft als Wärmequelle, dazu separate Luft/Wasser-Wärmepumpen zur Aussen- und zur Innenaufstellung, eine reine Trinkwasser-Wärmepumpe, Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen für Erdwärme und Grundwasser sowie die Geoblock-Reihe für Erdsonden. Zu keinem dieser weiteren Modelle nennt die Übersichtsseite eigene Leistungs- oder Effizienzwerte.
Für einen Installationsbetrieb liegt der Unterschied zu einem reinen Händler klar auf der Hand: eine selbst entwickelte, benannte Produktfamilie mit dokumentierten technischen Eckdaten wie bei der Evoblock, ein eigener Fachbetriebsfinder und ein ergänzendes Vertretungsnetz, das in der Schweiz bislang nur aus Geroldswil selbst und der Firma HSB in Belp zu bestehen scheint, jedenfalls soweit es die eigene Standortdatenbank der Website zeigt. Für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer führt der praktische Weg über den Fachbetriebsfinder zu einem lokalen Heizungsfachbetrieb, der die Marke führt, oder in dringenden Fällen direkt an die Zentrale in Geroldswil; ein eigener Online-Kauf einer Wärmepumpe ist auf den eingesehenen Seiten nicht vorgesehen. Wer sich für die Evoblock interessiert, findet dort zumindest handfeste Zahlen zu Leistung, Schall und Kältemittel, die sich vor einem Beratungsgespräch mit anderen Herstellern dieser Kategorie vergleichen lassen.